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Streifenwagen mit Polizeisitzen für Polizei Hessen

Vito, Funktionsgürtel im Vordergrund

Polizeisitz

verlängerte Gurtpeitsche

Das Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung der hessischen Polizei (PTLV) übergab den sieben hessischen Polizeipräsidien insgesamt 75 neue multifunktionale Streifenwagen vom Typ Vito der Marke Daimler Benz.

 

Das eigentlich Besondere an dieser Übergabe waren aber nicht die neuen Streifenwagen an sich, sondern es sind die Sitze der ersten Reihe: Hier löst der von der Daimler Benz AG neu entwickelte Polizeisitz den bisher genutzten Seriensitz ab. 

Vom Forschungsergebnis zur Auslieferung in nur vier Jahren Erstmals und als erstes Bundesland überhaupt fahren die Kolleginnen und Kollegen der Polizei Hessen mit einem „Polizeisitz“, der auf die besonderen Bedarfe und Anforderungen an den mobilen

Arbeitsplatz „Funkstreifenwagen“ abgestimmt und entwickelt wurde.

 

Im Vorfeld der Entwicklung durch die Daimler Benz AG fand im Jahr 2013 eine professionelle Evaluation und Forschungsreihe mit dem Fraunhofer Institut der Universität Stuttgart und dem Hauptsachgebiet „Fahrzeugwesen“ des PTLV mit 14 Kolleginnen und Kollegen des Polizeipräsidiums Westhessen in Wiesbaden statt. „Um wirklich belastbare Informationen zu erhalten, investierte das Hessische Innenministerium 60.000 Euro in dieses Forschungsprojekt.“, so Präsident Karl-Heinz Reinstädt.

 

Wichtig für den Komfort und die Sicherheit der Beamtinnen und Beamtinnen war es vor allem, eine Lösung zu finden, die ein Hängenbleiben beim Ein- und Aussteigen mit dem Funktionsgürtel, den alle Streifenbeamten tragen, und der unter anderem mit Waffe, Handfesseln, Schlagstock, Pfefferspray und Taschenlampe ausgestattet ist, vermeidet. Bedingt durch mögliche Ausrüstungsstände sollte

beim Sitzen auch eine Druckreduzierung am Rücken bei gleichzeitiger Gewährleistung des seitlichen Halts durch den Sitz, erreicht werden. Ebenfalls sollte eine Kollision der Dienstwaffe mit dem Gurtschlossvermieden werden.

 

Es sollte ein passender Sitz für jede Streifenbeamtin und jeden Streifenbeamten werden. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen, das dennoch gelungen zu sein scheint.

 

Für den besseren Komfort und die Sicherheit sorgen unter anderem die neuentwickelten Sitzkissen, die für den Polizeisitz abgeflacht wurden. Zudem wurde die Rückenlehne an die Bedürfnisse des Polizeieinsatzes angepasst und auch das Gurtschloss ist nun länger und flexibel.

 

Verteilung der 75 Vitos auf die sieben hessischen Polizeipräsidien

 

Acht der 75 neuen Multifunktionsstreifenwagen wurden dem Polizeipräsidium Westhessen übergeben, das auch als Ort für diese symbolische Übergabe gewählt wurde. Das Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden unterstützte die damalige Forschungsreihe mit 14

Kolleginnen und Kollegen, ohne die diese Erhebung der so wichtigen Daten und Informationen nicht möglich gewesen wäre. „Es war für uns selbstverständlich, dass wir dieses Projekt unterstützen“, so Polizeipräsident Stefan Müller bei der Übernahme der für seine Behörde acht neuen Multifunktionsstreifenwagen.

 

Die Beamtinnen und Beamten mussten verschiedenste Szenarien, wie zum Beispiel: Ein- und Aussteigen, An- und Abschnallen, mit unterschiedlichen Uniformteilen und angeordneten Funktionsgürteln durchlaufen, Bilder fertigen lassen und Fragebögen zur Informationserhebung ausfüllen. Die Ergebnisse der Untersuchung mündeten in Empfehlungen, wie ein sicherer und

komfortabler Polizeisitz aussehen könnte.

 

Die Umsetzung der Ergebnisse erfolgte in der Art, dass diese durch das Hauptsachgebiet Fahrzeugwesen in die Leistungsbeschreibungen bei Ausschreibungen aufgenommen wurden. „Wir freuen uns, dass die Daimler AG unsere Anforderungen aus den Leistungsbeschreibungen aufgenommen und somit die Forschungsergebnisse in ihre Entwicklung hat einfließen lassen und

unsere Kolleginnen und Kollegen, die immerhin zwei Drittel ihrer Arbeitszeit im Streifenwagen verbringen, nun komfortabler und vor allem sicher ihren Dienst verrichten können.“, so Präsident Karl-Heinz Reinstädt.

 

Die Sicherheit und die Mobilität der hessischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sind immens wichtig und haben oberste Priorität.

 

So wurden für die 75 Multifunktionsfahrzeuge mit den neu entwickelten Polizeisitzen rund 3,5 Millionen Euro ausgegeben. Die hessische Polizei ist mit 3.500 Fahrzeugen der größte Fahrzeughalter in der Landesverwaltung.

 

Im Jahr 2016 wurden in die Neubeschaffung von Fahrzeugen ca. 21,6 Mio. Euro investiert, für das Jahr 2017 sind ca. 19 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Damit hält das PTLV den Fuhrpark der hessischen Polizei auf dem aktuellsten Stand der Technik und bietet Mobilität auf hohem Niveau.

 

Hintergrundinformationen zum Polizeisitz

 

Polizeispezifische Besonderheiten und Anforderungen an einen Polizeisitz des Arbeitsplatzes

Funkstreifenwagen:

 

• Vermeidung des Hängenbleibens beim Ein- und Ausstieg

• Vermeidung einer Kollision der Waffe mit dem Gurtschloss

• Der Beckengurt darf nicht über die Ausrüstung am Funktionsgürtel laufen.

• Gewährleistung des uneingeschränkten Haltungskomforts

• Vermeidung der Kollisionen von Sitz und Ausrüstung.

• Druckreduzierung am Rücken (durch mgl. Ausrüstungsgegenstände)

• Gewährleistung des seitlichen Halts durch den Sitz

• Vermeidung von Kollisionen mit der Ausrüstung und Bewegungseinschränkungen durch

den seitlichen Halt

 

Die Umsetzung der Anforderungen erfolgte über

 

• Modifizierung der Seitenwangen im Bereich des Sitzpolsters und der Rückenlehne

• Verbau einer langen Gurtpeitsche

• Robuster Sitzbezug unter Verwendung von besonders abriebfesten Werkstoffen mit

geändertem Nahtverlauf

• In Länge und Höhe einstellbare Kopfstützen

• Thorax-Pelvis-Sidebags

• Elektropneumatisch einstellbare Lordoseunterstützung – sie wirkt Fehlhaltungen der

Lendenwirbelsäule vor

• Möglichkeit zur Sitzneigungsverstellung

 

Text: und Bilder: Polizei Hessen

 

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