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MP7 für den polizeilichen Anti-Terror-Einsatz

MP7 A1

MP7 A1

Geladenes AK47 Magazin nach Testbeschuss mit MP5 und MP7 - deutlich zu erkennen sind die durch den großen Eneergieverlust gebogenen Lochränder und der Abpraller der 9mm Geschosse unten am Magazinboden. Im Bereich der Magazinlippen und in der Mitte sind die fast schon "gestanzten" Durchschläge der MP7-Projektile zu erkennen.

Identisches AK-Magazin von hinten betrachtet. Rechts ist deutlich der Ausschuss des 4.6mm-Projektils zu erkennen - im Lippenbereich müssen insgesamt vier Stahlblechlagen und zusätzlich vier Lagen Messing der Patronenhülsen durchschlagen werden!

4.6mm-Action-Geschoss vor dem Verfeuern - gut zu erkennen ist die zweistufige und vierfach vorfragmentierte Hohlspitze, sowie die radialen Führunsnuten des bleifreien Tombak-Vollgeschosses

Das identische Geschoss nach dem Abfeuern - die Fahnen sind absolut symmetrisch und das Geschoss erzeugt mit ca. 99% Restmasse einen praktisch absolut geradlinigen Wundkanal. Hiermit wurden insbesondere auch die Belange von Chirurgen und röntgentechnische Aspekte adressiert um eine schnelle, effektive und humane Wundversorgung zu ermöglichen.

MP7 mit Schalldämpfer. Er verbirgt in der Regel die Mündungsflamme vollständig und erleichtert während des Einsatzes die Standortbestimmung und Kommunikation eigener Kräfte.

Übungswaffe MP7-UTM im Farbmarkierungs-Kaliber 5.56mm UTM

MP7 - Oberschenkel-Holster

Die Kompaktmaschinenpistole MP7 im Gewehrkaliber 4.6mmx30 hat sich in den vergangenen 15 Jahren u. a. im Afghanistan-Einsatz bei verschiedenen Armeen sowie polizeilichen Spezialkräften in über 30 Nationen bewährt. Nun rückt die Waffe vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge auch als Bewaffnung für den polizeilichen Anti-Terror-Einsatz in den Focus. Neben der hohen Durchschlagsleistung bei minimaler Hintergrundgefährdung, auch gegen Schutzwesten, machen vor allem die Treffleistung und effektive Reichweitenerhöhung bis 200m die MP7 für polizeiliche Anti-Terror-Lagen zum gefragten Einsatzmittel. Die Ablösung der MP5 hat damit in der deutschen Polizei faktisch begonnen.

 

Größte Aufrüstungswelle polizeilicher Langwaffen seit den 1970er Jahren

Spätestens mit den sog. „Paris II“-Anschlägen im Jahr 2015 begann in Deutschland im Bereich der polizeilichen Handwaffen die größte Aufrüstungswelle seit dem Baader-Meinhof- und RAF-Terrorismus in den 1970er Jahren.

Damals wurden vor allem alte Pistolen-Modelle in den Kalibern 6.35mm und 7.65mm Browning sowie alte Maschinenpistolen-Modelle ersetzt. Damit wurde gleichzeitig auch die militärische Patrone 9mmx19 zur polizeilichen Standardpatrone und neben verschiedenen Pistolenmodellen die MP5 zur polizeilichen Standard-Maschinenpistole.

 

Neue Lage: urbaner Anti-Terror-Einsatz in Mitteleuropa unter einsatztaktischen Rahmenbedingungen vergleichbar mit militärischen Einsätzen gegen Al-Kaida, Taliban und den IS

Heute stehen polizeiliche Kräfte vor neuen einsatztaktischen Herausforderungen, welche zu einer neuen Schleife in der Aufrüstungsspirale führen: Terroristen sind fast immer mit Kalaschnikow-Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln ausgerüstet und tragen oft sogar Schutzwesten; spätestens seit den Terror- bzw. Sonderlagen „Paris II“, „München I“ (Silvester 2015/16), „Nizza“ (LKW) und „München II“ (Amok-Einzeltäter), welche teilweise bei Nacht bzw. am Tag-Nacht-Übergang stattfanden, ist klar, dass polizeiliche Kräfte auch voll „nachteinsatzfähig“ sein müssen. Außerdem werden handelsübliche Kraftfahrzeuge als Transport- und auch unmittelbares Tatmittel eingesetzt. Die Täter sind aufgrund massiver psychischer „Einwirkung“, evtl. in Verbindung mit Drogen- bzw. Medikamentenmissbrauch „zu allem entschlossen“, auch der Inkaufnahme des Verlusts des eigenen Lebens. Es muss daher auch mit verzögerter Ausfallreaktion im Fall der Täter-Verwundung gerechnet werden. Das terroristische polizeiliche Gegenüber kann also deutlich länger kampffähig bleiben als ein physisch und psychisch gesunder Täter. Gleichzeitig muss jeder Waffeneinsatz unter maximalem Schutz unbeteiligter Dritter stattfinden; der Vermeidung von Kollateral-Schäden kommt eine hohe Priorität zu.

Damit sind nun bzgl. des polizeilichen Handwaffenseitsatzes alle einsatztaktischen Rahmenparameter gegeben, welche aus dem militärischen Anti-Terror-Kampf der letzten 15 Jahren, insbesondere aus Afghanistan, Irak und Syrien gegen Taliban-, Al-Kaida- und IS-Kräfte bekannt sind. Der islamistische Terror ist somit praktisch in unseren Städten angekommen und muss dort bekämpft werden.

 

Die erste kritische erste Stunde nach Anschlagsbeginn - Streifenbeamte als „First Response Force“ 

Experten sind sich einig: die ersten 30 bis 60 Minuten einer Terrorlage werden reguläre uniformierte Polizeikräfte auf sich alleine gestellt den Waffeneinsatz gegen terroristische Attentäter führen müssen.

So lange wird es erfahrungsgemäß mindestens dauern bis spezialisierte (MEK) und Spezialkräfte (SEK, BFE+, GSG9) am Ort des Attentats effektiv eingreifen und reguläre Kräfte sich zurückziehen können.

Somit sind aus der einsatztaktischen Natur der Lage heraus Ausrüstungs- und Ausbildungsstand der betroffenen Beamten in Bezug auf solche Terror-Lagen derzeit leider genau umgekehrt proportional zu ihrem örtlichen und somit zeitlichen Risiko hiervon betroffen zu sein.

Dieser Erkenntnis folgend, werden derzeit in unterschiedlicher Ausgestaltung bei allen polizeilichen Bundes- und Landesbehörden Konzeptionen und Beschaffungsprogramme zur Aufrüstung regulärer Polizeikräfte betrieben, um diese als „First Response Force“ für die erste kritische Stunde eines Anschlags zu befähigen. Konzeptionelle Basis bildet hierbei in der Regel der Streifenwagen mit zwei Beamten. Parallel werden bzw. wurden mobile und stationäre „Depot“-Konzepte realisiert, welche es ermöglichen, entsprechende Ausrüstung in Minuten verfügbar zu machen. Aus nachvollziehbaren Gründen sollen hierzu jedoch an dieser Stelle keine Details veröffentlicht werden.

Neben Schutzwesten und Helmen, stehen nun vor allem polizeiliche Langwaffen bzw. schultergestützte Handwaffen im Fokus der Konzeptionen.

 

Polizeipatrone 9mmx19 – gegen terroristische Angreifer mit Kalaschnikow-Gewehren unzureichend

Dass Gegner mit Kalaschnikow-Sturmgewehren und Schutzwesten nicht allein mit einer Polizeipistole mit 15 Patronen im Kaliber 9mmx19 weder bzgl. der Reichweite noch der Terminalballistik effektiv begegnet werden kann, ist unter Handwaffen-Fachleuten vollkommen unstreitig. Auch der Einsatz einer Maschinenpistole im Kaliber 9mm verbessert die Lage nur unwesentlich, da sich zwar die maximale Reichweite gegenüber der Pistole von ca. 25m auf max. 100m erhöht. Gleichzeitig muss sich jedoch der 9mmx19-Nutzer immer vor der Schussabgabe entscheiden, ob eine Deformationsmunition oder panzerbrechende Munition gewählt werden soll, da in diesem Kaliber physikalisch bedingt kein Munitionstyp realisiert werden kann, welcher beide Eigenschaften kombiniert. Wählt man im Einzelfall die „falsche“ Munitionssorte, bleibt entweder das Deformationsgeschoss in der Schutzweste stecken oder das panzerbrechende Geschoss durchschlägt möglicherweise den Gegner ohne Schutzweste und es tritt massive Gefährdung dahinterstehender unbeteiligter Dritter ein. Eine Munitionsauswahl im Einzelfall wird daher von vielen Einsatztaktikern - gerade im Hochstressszenario „Terror-Anschlag“ - als einsatztaktisch unrealistisch bewertet.

 

Kalaschnikow-Magazine als neue „Schutzklasse“ für Terroristen

Vor allem US Special Forces machten bereits in der frühen Phase des Krieges in Afghanistan immer wieder die Erfahrung, dass Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer ihre Kalaschnikow-Magazine in Taschen senkrecht vor der Brust tragen, wie dies bereits der Vietcong während des Vietnam-Konflikts tat. In der Folge wirkten diese Magazine gerade bei Winkel- oder Streifschüssen häufig wie eine Schutzweste und führten zur Ablenkung der Geschosse oder zumindest zu massivem Energieverlust. Dies wurde vor allem bei größeren Schussentfernungen zum Problem oder auch wenn unter den Magazinen zusätzlich eine leichtere Schutzweste getragen wird. Eigentlich „letale“ Treffer blieben so ohne ausreichende Wirkung und der Gegner blieb weiter kampffähig. Schon im Jahr 2003 führte daher Heckler & Koch insbesondere mit der MP7 und der MP5 Vergleichsbeschüsse auf gefüllte Kalaschnikow-Magazine durch. Im Ergebnis konnte dabei festgestellt werden, dass gerade 9mmx19-Geschosse bei der Durchdringung sehr viel Energie verlieren, während die 4.6mmx30 aus der MP7 das Kalaschnikow-Magazin ohne große Metallverformung durchschlägt und danach im Weichziel noch erhebliche Restenergie abgibt. Die Bilder der jüngsten Paris-Anschläge belegen, dass dort genau das identische Problem der Reservemagazine vor der Brust der Terroristen als zusätzlicher Schutz besteht. 

 

MP7 – die ideale „First Response“-Waffe

Mit nur 1.9kg Leergewicht ist die MP7 bei deutlich kompakteren Außenabmessungen fast 1.5kg leichter als die MP5. Daher kann die MP7 auch erheblich diskreter, sowie in verdeckter oder teilverdeckter Trageweise geführt werden. Auch das Vorgehen in Gebäuden gestaltet sich mit der MP7 ideal, notfalls kann die Waffe im Nahbereich sogar mit eingeschobener Schulterstütze und sogar einhändig wie eine große Pistole abgefeuert werden.

 

Die intuitiv konzipierte und vollständig beidseitige Bedienbarkeit von Sicherung/Feuerwahlhebel, Verschlussauslöse- und Magazinhebel, sowie Durchladehebel machen die Waffe auch in Stresssituationen zu einem zuverlässigen Einsatzmittel. Es stehen zahlreiche Trageriemen-Optionen zur Verfügung. Für die Rolle als „First Response“-Waffe für uniformierte Beamte hat sich eine große deutsche Länderpolizei für eine einfache sog. Bungee-Trageschlinge mit Einpunktaufhängung entschieden, welche gerade in Extremsituationen das schnelle Ergreifen und Umhängen der Waffe einfach gestalten. Als ideal haben sich hierbei einsatzttaktische „Zwangssteuerungen“ erwiesen, z. B. dass die Magazintaschen mit gefüllten Magazinen am Trageriemen der Waffe befestigt werden, so dass diese automatisch mit der Waffe ergriffen werden und nicht stressbedingt vergessen werden, sofern sich bspw. die Waffe in einem Fahrzeug befindet. Entscheidend ist – unabhängig vom Einzelszenario – dass die Waffe für „First Response“-Einsätze durch Beamte, welche nur selten eine MP nutzen, schnell und „combat ready“ zugriffsbereit ist, d. h. dass die Waffe mit Trageriemen, einsatzbereiter Optik, Magazintaschen und gefüllten Magazinen als physisches Paket in Sekunden einem Behältnis entnommen werden kann. 

 

Umhängen der Waffe, Fertigladen, Einschalten der Optiken und Laser-Lichtmodule, sowie Befestigung der Magazintaschen an der persönlichen Ausrüstung müssen drillmäßig geübt werden, idealerweise als definierter Handlungsablauf in Verbindung mit dem Anlegen von Schutzwesten und Schutzhelmen. Im Ernstfall zählt in dieser Phase zwischen Attentatsbeginn und der Aufnahme des Feuerkampfes durch die uniformierte „First Response Force“ jede Sekunde und kann somit über das Leben vieler Menschen entscheiden.

Weiterhin bedeutet dies logistisch, dass Batterien der Optiken und Laser-Licht-Module, durch geschultes Personal regelmäßigen Funktionsprüfungen unterzogen werden müssen und Magazinfedern aufgrund der Dauerbelastung durch vollständige Befüllung in festgelegten Zeitintervallen ausgetauscht werden müssen, damit im entscheidenden Moment keine Störungen auftreten. Magazine dürfen keinesfalls ungeprüft über Jahre hinweg gefüllt gelagert werden.

 

Ergonomie und Schießkomfort – Dauerfeuer in polizeilichen Lagen als Notfalloption

Einsatzberichte aus Afghanistan belegen, dass die MP7 dort von der Truppe in jeder Hinsicht sehr geschätzt wurde. Aufgrund des geringen Gewichts, der kompakten Abmessungen und des geringen Rückstoßes trifft die MP7 vor allem auch bei weiblichen Nutzern auf sehr hohe Akzeptanz.

Die neueste Version der MP7 wurde für eine große deutsche Landespolizei mit einer Schulterstütze ausgestattet, deren Längenverstellung über fünf Rastpositionen verfügt. Somit kann ergonomisch von sehr zierlichen Personen mit dick auftragenden Schutzwesten bis hin zu sehr großen Nutzern ohne jede Schutzweste die gesamte Bandbreite an menschlichen Körperbauten abgedeckt werden.

Aufgrund des geringen Rückstoßes, welcher nur bei ca. 50% der Patrone 9mmx19 liegt, werden mit geringstem Ausbildungsaufwand auch von ungeübten MP-Schützen in kurzer Zeit sehr gute Trefferergebnisse erzielt - auch auf Entfernungen weit jenseits der 50m.

Beim Einsatz in Afghanistan wurde von der kämpfenden Truppe die Erkenntnis gewonnen, dass – im Gegensatz zu Sturmgewehren – die Verwendung der MP7 im Dauerfeuer einsatztaktisch sehr effektiv möglich ist, da die Mündung der Waffe aufgrund des geringen Rückstoßes kaum „steigt“.

 

Bei einer Mündungsenergie von ca. 500 Joule und einer Kadenz von ca. 1.000 Schuss pro Minute bedeutet dies in der Einsatzrealität, dass mit der MP7 bei Mehrfachtreffern von 2-4 Schuss auf ein Ziel im Nahbereich „netto“ auf einmal zwischen 1.000 und 2.000 Joule appliziert werden können. Somit wird in einem solchen Szenario bei minimaler Umfeldgefährdung einem Weichziel genauso viel oder sogar mehr Energie zugeführt wie mit einem Sturmgewehr im Kaliber 5.56mm NATO.[1]

 

Die Waffe MP7 – hohe Präzision kombiniert mit maximaler Funktions- und Schützensicherheit

Bei der MP7 handelt es sich um eine sog. PDW - Personal Defence Weapon oder Nahbereichswaffe.[2] Sie ist im speziellen PDW-Kaliber 4.6mmx30 eingerichtet, was mit entsprechender Zieloptik eine effektive Einsatzreichweite von mindestens 200m gegen Mannziele ermöglicht. 

Die Waffe ist mit Einzel- und Dauerfeuer-Modus oder als ausschließliche Einzelfeuer-Variante verfügbar. Alle Bedienelemente sind entweder beidseitig vorhanden oder bedienbar, so dass die Waffe von Rechts- und Linksschützen gleichermaßen gut gehandhabt werden kann.

Das Polymergehäuse nimmt das 180mm lange Polygon-Rohr und den starr verriegelten Drehkopf-Warzen-Verschluss auf, welcher auch über eine Schlagbolzen- bzw. Fallsicherung verfügt.

 

Die MP7 ist voll geschossvorlagenfähig nach NATO-Standards der Prüfvorschrift AC225/D14 und somit bei Munitionsfehlern wie unzureichendem oder fehlendem Treibladungspulver voll schützensicher.

Auf dem Gehäuse befindet sich eine sehr lange Picatinny-Rail, welche die Aufnahme von Tag- und Nachsicht-Optiken, sowie optischen und optronischen Vorsätzen erlaubt; so kann auch volle Nachteinsatzfähigkeit hergestellt werden. Seitlich können zusätzlich kürzere Pica-Schienen angebracht werden, welche die Adaption von Lampen und Laser-Licht-Modulen erlauben oder als Schnittstelle für ein spezielles MP7-Tragesystem genutzt werden können.

 

Die Schulterstütze ist vollständig einschiebbar und hat entweder, eine, drei oder fünf Rastpositionen, so dass nahezu alle Körperstaturen und Schutzwesten-Dicken ergonomisch abgedeckt werden können.

 

Riemenbefestigungspunkte befinden sich vorne und hinten am Gehäuse, optional zusätzlich an der Auflage der Schulterstütze.

Magazinkapazitäten sind 20, 30 oder 40 Patronen, wobei das 20er Magazin unten mit dem Griff abschließt und wie das 30er Magazin für die Nutzung der Polizeipatrone „Action“ optimiert ist; somit kann die MP7 bei halbem Munitionsgewicht und deutlich geringeren Abmessungen mit dem 30-Schuss-Magazin und somit identischer Feuerkraft wir die MP5 ausgestattet werden.

 

Die MP7 existiert derzeit als A1-Version mit integriertem Klappgriff und A2-Version mit Triple-Rail-Handschutz. Im polizeilichen Bereich wird hauptsächlich die A1-Version genutzt, weil diese die schlankste Waffenkonfiguration darstellt und außerdem verdeckte und halbverdeckte Trageweise ermöglicht. Die A2-Version wurde für die Nutzergruppe geschaffen, welche die Waffe ausschließlich offen trägt, was vorwiegend im militärischen Bereich, aber auch teilweise bei SEKs der Fall ist. Beide Versionen sind in der Farbe schwarz oder RAL8000-grünbraun verfügbar; letzteres ist vor allem für Polizeikräfte im Auslandseinsatz oder Inlandsszenarien in bewachsenem Gebiet von Vorteil, da schwarz praktisch keine natürliche Tarnfarbe darstellt – selbst durch ein Nachtsichtgerät betrachtet.

 

Die Patrone 4.6mmx30

Mit der MP7 hält das Kaliber 4.6mmx30 flächendeckend Einzug in die deutsche Polizei.

Hierbei handelt es sich ballistisch gesehen um eine kleine Gewehrpatrone. Die Messinghülse weist eine Flaschenhalsform mit Einloch-Boxer-Anzündung auf, welche mit einem konventionellen kleinen Pistolen-Anzündhütchen ausgestattet ist. 

Für deutsche Behörden empfehlen sich insbesondere die Munitionssorten der Firma RUAG Ammotec, welche inzwischen auf eine über 15-jährige Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung der Patrone 4.6mmx30 verfügt und darüber hinaus für den deutschen Polizeibereich gleich über zwei Alleinstellungsmerkmale verfügt:

 

neben dem seit Jahrzehnten in der deutschen Polizei und der Bundeswehr in Nutzung befindlichen, schadstoffreien Sintox-Anzündhütchen, ist mit dem Munitionstyp „Action“ auch ein patentiertes, vollständig bleifreies Deformationsgeschoss mit zweistufiger Hohlspitze und vierfacher Vorfragmentierung verfügbar.

 

Dieses Deformationsgeschoss wurde bei der Fa. Heckler & Koch entwickelt und patentiert. Heckler & Koch hat dann der Fa. RUAG Ammotec eine sog. Freilizenz zur Herstellung dieser patentierten Geschosskonstruktion erteilt, wobei diese Lizenz streng auf das Kaliber 4.6mmx30 limitiert ist. Hierdurch wird gewährleistet, dass dieses spezielle Deformationsgeschoss nicht für andere Kaliber, insbesondere nicht für andere PDW-Anbieter, verfügbar gemacht werden kann.

 

Technische und beschaffungsseitige Sicherheit bieten die durch die Fa. RUAG angebotenen Munitionssorten aber auch vor allem dadurch, dass die MP7 in Verbindung mit RUAG-Munition bereits seit 2001 bei der Bundeswehr beim KSK und seit 2004 auch bei der regulären Truppe weltweit im Einsatz ist. 

 

In der Folge wurden nahezu alle auch für die deutsche Polizei relevanten Munitionssorten durch die Wehrtechnische Dienststelle 91 (WTD91) der Bundeswehr qualifiziert und in der Folge mit sog. „DM“-Nummern versehen. Selbst die für die deutsche Polizei besonders relevante „Action“-Deformationspatrone wurde durch die Bundeswehr qualifiziert.[3]

 

Somit ist gewährleistet, dass diese Munitionssorten behördlichen Standards entsprechen. Gerade bei neuen Kalibern, ist dies insbesondere bzgl. Extremklimaten, Wasserdichtigkeit und sog. Automatwaffenfähigkeit von besonderer Bedeutung und keine Selbstverständlichkeit. Während der Einsätze in Afghanistan und dem Irak mussten viele Spezialkräfte - auch namhafte US Special Forces-Verbände – die Erfahrung machen, dass gerade Präzisions- und andere Sondermunition, welche diese auf dem Jagd- und Sportmarkt beschafft hatten, aufgrund ihrer eingeschränkten zivilen Abnahmeprüfungen nach CIP- bzw. SAAMI-Standard, weder klimastabil noch wasserdicht waren. Noch weit fataler war allerdings der Umstand, dass viele kommerzielle Munitionssorten nicht automatwaffenfähig sind. In der Folge traten häufig Zündhütchen-Durchbläser, Zündhütchen-Ausfall, sowie abgerissene Hülsenböden und –ränder auf. Diese Probleme führten in mehreren Fällen zum (zeitweisen) Totalausfall der Langwaffen, so dass auf die Sekundärwaffe, in der Regel Pistolen, zurückgegriffen werden musste.

 

Mit diesen und anderen Problemfeldern wurde und wird auch die deutsche Polizei zum Teil ebenfalls konfrontiert, insbesondere bei Gewehrprojekten, sofern kommerzielle Munition nach zivilem CIP- oder SAAMI-Standard in konventionellen Kalibern wie .223 Rem. und .308 Win. oder gerade auch vollkommen neuen Kalibern, wie .300 Blackout bzw. .300 Whisper beschafft werden. Erfahrungsgemäß ist vor allem bei Zivilprodukten nicht-deutscher Munitionshersteller äußerste Vorsicht geboten, da diese meist nicht für den Behördengebrauch konzipiert sind.

 

Vorteile der 4.6mmx30 gegenüber der bisherigen Polizei-Standardpatrone 9mmx19 TR

Patronengewicht und Rückstoßimpuls der 4.6mmx30 liegen nur bei rund 50% der 9mmx19.

Bei identischem Gesamtgewicht des Munitionsvorrats kann also die doppelte Anzahl an Patronen mit mitgeführt werden bzw. bei identischer Patronenzahl das Gewicht des Munitionsvorrats um die Hälfte reduziert werden. Betrachtet man das inzwischen infolge der Aufrüstung der Beamten durch Schutzwesten, Helme etc. entstandene Mehrgewicht bzw. Gesamt-Ausrüstungsgewicht von bis zu ca. 12kg (!) bei einigen Länderpolizeien, ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Gleiches gilt übrigens für die Gewichtsersparnis auf der Waffenseite: die MP7 wiegt mit nur ca. 1.9kg rund 1.5kg weniger als die MP5.

 

Der geringe Rückstoßimpuls ermöglicht eine sehr gute Kontrollierbarkeit der MP7. Auch bei Feuerstößen sind so Mehrfachtreffer möglich.

Die Flugbahn der 4.6mmx30 ist deutlich gestreckter als die der 9mmx19:

 

wird die MP5 auf 25m so angeschossen, dass Ziel- und Treffpunkt identisch sind, ist auf 50m ein leichter Hochschuss vorhanden und bei ca. 75m sind wiederum Ziel- und Treffpunkt identisch;[4] ab ca. 100m fällt das Geschoss jedoch derart stark, dass jenseits dieser Entfernung unter Einsatzbedingungen Treffer auf ein Mannziel kaum realistisch sind.

 

Hingegen ist die Flugbahn der 4.6mmx30 aus der MP7 derart gestreckt, dass bei günstigster Einschussentfernung ohne Visierkorrektur zwischen 0m und 200m Treffer auf ein Brustziel möglich sind. Somit ist bei der MP7 bzgl. der Flugbahn praktisch eine Verdopplung der Einsatzreichweite gegeben.

 

Ein weiterer zentraler Vorteil der 4.6mmx30 liegt in ihrer überlegenen Terminalballistik:

aufgrund physikalischer Gegebenheiten muss beim Kaliber 9mmx19 zwischen Deformationsmunition und Hartkern-Munition ausgewählt werden. Es ist keine Munitionssorte realisierbar, welche terminalballistisch beide Fähigkeiten vereint.

Bei der 4.6mmx30 hingegen sind diese Fähigkeiten kombiniert vorhanden, so dass auch im polizeilichen Einsatz nur ein Munitionstyp verwendet werden muss:

 

die Munitionssorten Hartkern, Weichkern und vor allem auch Action durchschlagen niedrigere Schutzklassen und geben alle Energie im dahinterliegenden Weichziel ab bzw. werden dann im Rückenteil der Schutzweste gefangen. Werden die drei genannten Munitionssorten gegen ungeschützte Weichziele eingesetzt, geben diese ebenfalls ihre gesamte bzw. den Großteil ihrer Energie im Weichziel ab. Sofern das Projektil überhaupt aus dem Weichziel austritt, ist die Restenergie in der Regel so gering, dass für betroffene Unbeteiligte nur noch ein Minimalstrisiko bzgl. einer Verletzung besteht.

 

Statt sog. Frangible-Munition wird bei der 4.6mmx30 vorwiegend die sog. Zinn-Training-Patrone für die Ausbildung und insbesondere zur Schonung der Schießstände bzw. Kugelfänge genutzt. Wegen der hohen Querschnittsbelastung des 4.6-Projektils und der hieraus resultierenden Durchschlagsleistung kommt diesem Aspekt ganz besondere Bedeutung zu. Das Zinn-Trainingsgeschoss zerstäubt beim Auftreffen auf Hartziele nahezu vollständig und empfiehlt sich daher auch bspw. für den Einsatz in sensiblen Bereichen, wie Öl-Bohrplattformen und Kernkraftwerken, da es das geringstmögliche Risiko von Querschlägern/Rückprallern und Funkenbildung aufweist.

 

Besonderheiten der Polizeipatrone „Action“ mit Deformationsgeschoss

Seit den späten 1970er Jahren als im Zuge des Anti-Terror-Kampfes gegen die RAF die Action 1-Patrone im Kaliber 9mmx19 bei der deutschen Polizei eingeführt wurde, sind bleifreie Deformationsgeschosse für deutsche Polizeibehörden ein fester Bestandteil der Konzeption von Pistolen und Maschinenpistolen. 

Dies basierte auf der Erkenntnis, dass der Anti-Terror-Kampf vorwiegend im urbanen Umfeld geführt werden muss und somit das Risiko der Gefährdung unbeteiligter Dritter im Rahmen von Schusswechseln besonders hoch ist. Dies verwundert nicht, da ein Vollmantel-Weichkern-Geschoss nur ca. 30% seiner Energie in einem menschlichen Weichziel abgibt und somit die verbleibenden 70% durchaus geeignet sind noch zwei weitere Personen lebensgefährlich zu verletzen. Angeblich sollen alleine zwischen ca. 1950 und ca. 1990 in Deutschland rund 300 unbeteiligte Zivilisten durch Vollmantel-Geschosse im Rahmen von polizeilichem Schusswaffengebrauch tödlich verletzt worden sein.

 

Wurden die damals neuen Deformationspatronen zunächst ausschließlich durch Spezialkräfte wie die GSG9, später auch die SEKs der Länder und Personenschützer eingesetzt, wurden sie ab ca. dem Jahr 2000 endlich auch für reguläre Polizeikräfte zum Standard[5] und ihre Leistungsparameter in der „Technischen Richtlinie Patrone 9mmx19, schadstoffreduziert“ normiert.

 

Neben dem massiv reduzierten Risiko der Gefährdung Unbeteiligter, bieten diese Deformationsgeschosse den Vorteil, dass beim Abschuss keinerlei gesundheitsschädliche Bleidämpfe entstehen können, welche vor allem vom Schützen, aber auch umstehenden Personen eingeatmet werden. 

 

Basierend auf diesen Erkenntnissen realisierte Heckler & Koch kurz vor Serienstart der MP7 im Jahr 2003 speziell für den deutschen Polizeimarkt die Entwicklung eines bleifreien Deformationsgeschosses. Als Geschossmaterial wurde das bereits beim sog. Schrägflächengeschoss (SF bzw. SFC) der Fa. MEN verwendete Material CuZn5 (Tombak) gewählt, welches sich im Kaliber 7.62mmx51 bereits im Scharfschützengewehr PSG1 bewährt hatte. 

 

Das 4.6mm-Action-Geschoss deformiert in Weichzielen mit vier symmetrischen Fahnen und absolut geradem Wundkanal von einem Durchmesser von 4.6mm auf ca. 9mm bei ca. 99% Restmasse nach dem Verschuss.

Während im Kaliber 4.6mmx30 ein Hartkern- oder Vollmantel-Geschoss die gesamte Länge eines Gelatineblocks gemäß „Technischer Richtlinie“ benötigt um seine Energie abzugeben, benötigt das Action-Geschoss nur rund die Hälfte des Weges für eine nahezu vollständige Energieabgabe, also ca. 15-20cm.

 

Dies bietet zwei Vorteile: zum einen ist damit gerade bei Treffern in Gliedmaßen oder andere Körperregionen mit geringer Stärke an Weichmedium trotz Projektilaustritt nur eine sehr geringe Umfeldgefährdung vorhanden. Zum anderen wird bei vergleichbarer Energiegesamtmenge wie bei Voll(mantel)-Geschossen mit dem Deformationsgeschoss die Energieabgabe pro Weg und Zeit praktisch verdoppelt, was der Mann-Stopp-Wirkung durchaus zuträglich ist und auch die entsprechende physische Reaktion eines getroffenen Straftäters im Rahmen eines polizeilichen MP7-Schusswaffengebrauchs durchaus schlüssig erklärt (s. u.).

 

„Sound of Silence“ – Schalldämpfer und Unterschall-Munition für Einsatz und Arbeitsschutz

Als „Gehörschutz“ im regulären (Ausbildungs)betrieb, sowie für Sondereinsätze kann die MP7 in Sekunden mit einem speziell konzipierten Schalldämpfer ausgestattet werden, welcher den Schussknall von ca. 141 dBA auf ca. 115 dBA mit Überschallmunition und ca. 111 dBA mit Unterschallmunition reduziert.

 

Die Unterschallmunition wird ebenfalls von der Fa. RUAG hergestellt und ist praktisch eine panzerbrechende Subsonic-Patrone, welche mit einem kupferplattierten Wolfram-Vollgeschoss versehen ist und leichte Schutzwesten der Klasse 1 bis mindestens 50m durchschlägt. 

Insofern ist auch ein direktes Gegenstück bzw. die Alternative zur MP5SD verfügbar.

 

Realistisches Training – MP7-UTM

Als Trainingssystem steht die MP7-UTM im Kaliber 5.56mm-UTM zur Verfügung, welche ausschließlich Farbmarkier-Munition verschießt. Die Waffe ist aus Sicherheitsgründen in blauer Farbe ausgeführt. Unbedingt erforderlich ist die Verwendung der dazugehörigen UTM-Schutzausstattung, da es sich hierbei um ein sog. „High Energy“-Üb-System handelt. Die MP7-UTM kombiniert hohe Funktionszuverlässigkeit mit sehr guter Treffleistung und kann daher auch noch auf Entfernungen jenseits von 25m eingesetzt werden.

 

Bekannte Einsätze der MP7

Die MP7 befindet sich seit 2003 in Serienproduktion und wird seitdem in mehr als 30 Nationen weltweit militärisch wie polizeilich genutzt. Hauptnutzer-Staaten sind die norwegische Armee und die Deutsche Bundeswehr, welche die MP7 als Standardwaffe eingeführt und in fünfstelliger Anzahl beschafft haben.

 

Der erste polizeiliche Einsatz der MP7 in Verbindung mit der Deformationspatrone „Action“ erfolgte bereits im Dezember 2007 durch das SEK eines großen Bundeslandes im Zuge der Festnahme eines Schwerkriminellen in einer Sparkassen-Filiale. Der Täter, u. a. bewaffnet mit einer Pump-Gun und einer russischen Spreng-Splitter-Handgranate, war hochgradig gewaltbereit und richtete bei Zugriff einen scharfen Revolver auf einen SEK-Beamten. Daraufhin gab dieser mit der MP7A1 aus wenigen Metern Entfernung einen Schuss auf den Straftäter ab. Das Action-Projektil soll eine Fleece-Jacke, einen Windstopper und ein T-Shirt durchschlagen haben bevor es in den Körper eindrang. Trotzdem deformierte das Geschoss regelkonform, durchdrang mehrere Organe, wobei ein geradliniger Wundkanal entstanden sein soll und wurde schließlich unweit des Wundaustritts in der Kleidung im Rückenbereich vollständig deformiert aufgefangen. Somit war unter realen Bedingungen der Beleg erbracht, dass die Öffnung des Action-Geschosses durch normale Kleidung nicht verstopft wird und dessen Deformation hiervon unbeeinflusst stattfindet. Weiter zeigte der Fall, dass der Wundkanal praktisch in gerader Linie erzeugt wird und ein austretendes Geschoss praktisch keinerlei relevante Restenergie aufweist oder gar ein Verletzungsrisiko für Unbeteiligte darstellt. Angeblich soll der Straftäter unmittelbar nach dem Treffer praktisch blitzartig zusammengebrochen und sofort handlungsunfähig gewesen sein; trotzdem überlebte er.

 

Ausblick

Die Ablösung der MP5 durch die MP7 hat in der deutschen Polizei längst begonnen. Neben den spezialisierten und Spezialkräften werden derzeit nun auch die ersten regulären uniformierten Polizeikräfte mit der MP7 ausgestattet. Eine Länderpolizei steht kurz vor der flächendeckenden Einführung der MP7.

 

Damit wird nicht nur eine neue MP-Generation in die deutsche Polizei eingeführt, sondern auch die neue Patrone 4.6mmx30, welche physikalisch bedingt, als kleine Gewehrpatrone teilweise vollkommen andere ballistische Leistungsparameter aufweist als die bisherige Polizei-Pistolen-Patrone 9mmx19. Die logische Konsequenz ist die Forderung nach Schaffung einer „Technischen Richtlinie Polizei-Maschinenpistole 4.6mmx30“, sowie die nach einer „Technischen Richtlinie Polizeipatrone 4.6mmx30, schadstoffarm“. Nach den langen – und nicht nur positiven - Erfahrungen mit den getrennten Technischen Richtlinien im Bereich 9mmx19 für Waffe und Munition, erscheint es sicherlich sinnhaft darüber nachzudenken, ob nun evtl. erstmals eine kombinierte „Technische Richtlinie“ für die neue MP und deren Patrone 4.6mmx30 geschaffen werden kann. Dies würde für die Zukunft die positiv zu bewertende Zwangsläufigkeit herbeiführen, dass Änderungen der TR auf der Waffen- und Munitionsseite jeweils wechselseitig abgestimmt werden müssten.

 

Fazit

Mit der MP7 kann die effektive Einsatzreichweite gegen Brustziele bis auf 200m erhöht und somit gegenüber der MP5 verdoppelt werden.

Bei Verwendung einer entsprechenden Optik sind aufgrund der hohen Eigenpräzision der MP7 bei entsprechender Munitionsauswahl sogar auf mittlere Entfernungen bis 100m Kopftreffer gegen Gegner (mit Schutzwesten) möglich.

Gegen leichtere Schutzwesten kann mit der MP7 bei minimalstem Umfeldrisiko dieselbe Munitionssorte eingesetzt werden wie gegen ungeschützte Weichziele – es muss bei der 4.6mmx30 nicht, wie der 9mmx19, vor Schussabgabe entschieden werden, ob eine deformierende oder panzerbrechende Munitionssorte eingesetzt wird.

Die Waffe bietet durch ihre lange Picatinny-Schiene alle waffenseitigen Voraussetzungen zur Realisierung verschiedener Optionen zur Herstellung der vollen optronischen Nachtkampffähigkeit.

 

Die MP7 ist dabei 1.5kg deutlich leichter und wesentlich kompakter als die MP5.

Für die deutsche Polizei bestehen bzgl. der MP7 in der Kategorie der sog. „Personal Defense Weapons – PDW“ bzw. Nahbereichswaffen praktisch die munitionsseitigen Alleinstellungsmerkmale des schadstofffreien Sintox-Anzündhütchens, sowie eines bleifreien Deformationsgeschosses, welches patentrechtlich geschützt ist.

Das Waffensystem MP7 bietet für polizeilichen Anti-Terror-Einsatz in dieser Waffenkategorie eine einzigartige Kombination von Leistungsparametern für Einsatz und realistisches Training.

 

Für die Rolle als „First Response“-Waffe ist die MP7 aufgrund ihrer großen Einsatzreichweite in Verbindung mit minimalem Gewicht und Abmessungen, bei einfachster Bedienung und minimalem Rückstoß sehr gut geeignet.

In der polizeilichen Handwaffen-Gesamtkonzeption bzgl. der Bekämpfung paramilitärisch ausgerüsteter Attentäter mit Kalaschnikow-Gewehren bildet die MP7 die Basis bzw. deckt den unteren Rand des Langwaffenspektrums ab, da mit der MP7 kaliberbedingt u. a. weder gegen Schutzwesten ab Klasse 3 noch Motorblöcke effektiv gewirkt werden kann.

 

Daher wird derzeit der sog. „Waffenmix“, insbesondere für spezialisierte und Spezialkräfte, vor allem auch mit Sturmgewehren im Kaliber 5.56mm NATO und 7.62mm NATO ergänzt. Dies sind neben verschiedenen G36K- und G36C-Versionen, in jüngerer Zeit im Kaliber 5.56mm NATO auch die Sturmgewehre G38 (HK416A5) in den Rohrlängen 11“-280mm (G38C), 12.5“-317mm und 14.5“-370mm (G38K), sowie im Kaliber 7.62mm NATO das G27 (HK417A2) in den Rohrlängen 13“-330mm (G27K) und 16.5“-420mm (G27).


[1] Zum Vergleich Mündungsenergien der Gewehre: G36K: ca. 1.450 Joule / G36-Standard: ca. 1.800 Joule)

[2] Der Begriff der PDW stammt aus der NATO-Terminologie und wurde Ende der 1980er Jahre geprägt; hierunter werden waffentechnisch (Kompakt-)Maschinenpistolen erfasst, welche speziell hierfür konzipierte kleine Gewehrpatronen wie das Kaliber 4.6mmx30 verfeuern. Obwohl es sich bei diesen Kalibern ballistisch und bzgl. ihrer Hülsenform um Gewehrpatronen handelt, verwenden diese jedoch in der Regel ein kleines Pistolenzündhütchen.

[3] Statt dem polizeitypischen Begriff „Deformationsmunition“ wird in der Bundeswehr die Sammelbezeichnung bzw. der Kaliberzusatz „DEA“ für „Definierte Energieabgabe“ verwendet.

[4] Werte beziehen sich auf das NATO-Vollmantel-Weichkern-Geschoss mit 8g Gewicht; die Flugbahnwerte sind mit der TR-standardisierten Deformationsmunition aufgrund des geringeren Geschossgewichts von ca. 6g sogar noch etwas ungünstiger.

[5] Interessanterweise war damals nicht die Hintergrundgefährdung beim Schusswaffeneinsatz gegen Menschen der Auslöser dieser Entscheidung. Vielmehr bedurfte es zur flächendeckenden Einführung der Deformationsmunition bei der Polizei des „medial-politischen Rückenwindes“ durch die seinerzeit vehement geführte sog. „Kampfhunde-Debatte“. Diese wurde durch mehrere Vorfälle ausgelöst, bei denen mehrere Menschen durch Kampfhunde schwer verletzt und teilweise sogar getötet worden waren und polizeiliche Vollmantel-Geschosse gegen die Hunde vollkommen unzureichende Wundwirkung gezeigt hatten, so dass die Hunde weiter handlungsfähig blieben.

 

Text: Rechtsanwalt Marc Roth, Der Autor ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für militärische und polizeiliche tragbare Schusswaffen und Munition ab 1945 und als Prokurist Leiter Produktstrategie und Leiter Sonderaufgaben der Heckler & Koch GmbH tätig. In dieser Funktion berät er u. a. seit rund 15 Jahren militärische und polizeiliche Spezialkräfte, zwischen 2003 und 2013 schwerpunktmäßig US Special Forces im Zusammenhang mit deren Anti-Terror-Einsätzen in Afghanistan und dem Irak. Außerdem war er in Jahren 2002 bis 2004 Projektleiter für die MP7 und das Kaliber 4.6mmx30; während dieser Zeit war er u. a. an den 4.6mm-Munitionsentwicklungen, insbesondere des bleifreien Polizei-Deformationsgeschosses „Action“ maßgeblich beteiligt. 

Bilder: Heckler&Koch

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