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Funkstreifenwagen der Polizei

Blick in den Kofferraum des FuStW BMW 318d Touring wie er in NRW zum Einsatz kommt

Mögliche Alternative zum 3er Touring ist der BMW 2er Grand Tourer

Seit vielen Jahren bewährt hinsichtlich Ausstattung und Ladekapazität, der VW Passat Variant

Der Opel Zafira stellt in seiner neuen Version eine attraktive Alternative dar

In den vergangenen Jahren wurden sukzessive bei den Länderpolizeien die Fuhrparke gewechselt und somit dem technischen Fortschritt angepasst oder stehen zumindest kurz davor. Gerade die Systeme der aktiven und passiven Sicherheit entsprechen hierdurch nach der Erneuerung weitgehend dem aktuellen Stand der Technik. 

 

Die praktischen Prioritäten hinsichtlich Innenraumgröße wurden dabei gerne den wirtschaftlichen Aspekten untergeordnet wie zuletzt in NRW. Seit 2015 kommt dort der 3er Touring von BMW zum Einsatz, der dank optimierten Laderaummanagements alle in der Ausschreibung genannten Ausrüstungsstücke in seinem Kofferraum mit 495 Litern Fassungsvermögen unterbringt. 

 

Wie unschwer auf nebenstehendem Bild zu erkennen, ist hier nahezu jeder Kubikzentimeter ausgereizt. Sollte sich jedoch NRW dazu entschließen, die Fahrzeuge mit zusätzlicher Schutzausstattung aufzurüsten, wird das in der jetzigen Variante nur schwer umzusetzen sein. Denn für jeden zusätzlichen Gegenstand der in den Kofferraum soll, muss etwas anderes raus. 

 

Hier zeigt sich, das sich ein Lifestyle-Kombi zwar besonders attraktiv im Polizeitrimm auf die Straße bringen lässt aber die Entscheidung besser zu Gunsten eines praktischeren Fahrzeugs getroffen worden wäre.

 

Die Motivation hinter dieser Entscheidung hat der Innenminister NRW, Ralf Jäger, in der Pressemitteilung zu dieser Entscheidung auf den Punkt gebracht: “ Unsere Wirtschaftsexperten haben die Angebote sehr genau geprüft, das Leasingangebot von BMW war eindeutig die wirtschaftlichste Lösung“. 

 

Nicht ohne Grund wurde in mehreren Medien in NRW dieses Jahr Kritik an den Fahrzeugen laut, u. a. hinsichtlich der Platzverhältnisse, die jedoch betont sachlich unter Hinweis auf das praxisbezogene Ausschreibungs- und Auswahlverfahren vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW in Duisburg kommentiert wurde. 

 

Lademeister statt Lifestylekombi

Wir sind auf jeden Fall schon auf den Nachfolger gespannt aber man braucht keine Kristallkugel um absehen zu können, dass es ein größeres Fahrzeug wird; selbstredend auch als wirtschaftlichste Lösung. Das könnte dann zum Beispiel wieder ein BMW werden, denn mit dem BMW 2er Grand Tourer hat der Münchner Autobauer auch einen echten Lademeister mit 645 Litern Kofferraum im Angebot.

Das es auch anders geht, hat die Polizei Baden-Württemberg in der Pressemitteilung vom 31.08. 2016 vorgestellt. In der Vergangenheit kam hier die C-Klasse als T-Modell zum Einsatz. Als Konsequenz immer umfangreicherer Schutzausstattung für die Besatzungen der Funkstreifenwagen  führt Baden-Württemberg ab Januar 2017 die Mercedes E-Klasse T-Modell sowohl in den Streifen-, Verkehrs- und Postendienst als auch auf den Bundesautobahnen ein. 

 

Mit einem Kofferraumvolumen von 640 Litern liegt er 145 Liter (bitte einmal 14 Wassereimer visualisieren) über dem 3er Touring und es ist anzunehmen, dass auch diese Beschaffung wirtschaftlichen Gesichtspunkten folgen musste - aber eben nicht nur. Auch für diese Fahrzeuge wurden wie in NRW Leasingverträge abgeschlossen.

 

Und auch Volkswagen bietet mit dem Passat Variant ein konkurrenzfähiges Fahrzeug, das in seiner aktuellen Version über ein ebenfalls umfassendes Sicherheitspaket für die Besatzung verfügt und mit einem Kofferraumvolumen von 650 Litern auch noch knapp die E-Klasse T-Modell toppt.

 

Seit wenigen Wochen ist nun auch ein weiteres Fahrzeug in unseren Focus gerückt. Mit dem neuen und umfassend überarbeiteten Zafira bietet Opel eine interessante Alternative zu den vorgenannten Modellen. In der jüngsten Generation hat Opel das Fahrwerk nochmals verbessert und den Innenraum umfassend dem jüngsten technischen Standard hinsichtlich Sicherheit und Ergonomie angepasst. Mit einem Kofferraumvolumen von über 700 Litern (5-sitzige Konfiguration) ist der Zafira zumindest in dieser Disziplin der größte Schluckspecht aber auch der Klasse der Van`s zuzuordnen.

 

Fazit

Es ist ja nachvollziehbar, dass einzelne Bundesländer die in ihnen ansässigen Autohersteller favorisieren aber wenn das mangels Masse keine Rolle spielt, dann muss erst recht dem praktischen Aspekt, unter Berücksichtigung solch simpler und für jeden nachvollziehbarer Angaben wie dem Kofferraumvolumen oder Innenraumgröße, ein stärkeres Gewicht zugestanden werden als zuletzt in NRW. Immer natürlich vorausgesetzt, das Sicherheitsausstattung und Umweltaspekte sich auf vergleichbarem, aktuellem Niveau bewegen.   

 

Diese Prioritäten dürfen nicht dem „billigsten“ Angebot geopfert werden, das sich nicht immer am praktischen Wert eines Fahrzeugs bezogen auf den Einsatzzweck orientiert, sondern oftmals einer unternehmenspolitischer Entscheidung unterliegt, bestimmte Märkte zu besetzen. 

 

Text: RK

Bilder: Hersteller

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