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Allrounder Zielfernrohr

Schematischer Aufbau eines Zielfernrohres

Darstellung eines 1. Bildebene Absehens mit 2. Bildebene Rotpunkt links und einem Absehen mit Rotpunkt in der 2. Bildebene rechts. Das Zielbild bei 1-facher Vergrößerung ist oben und bei 8-facher unten abgebildet.

Modernes Zielfernrohr mit variablem Vergrößerungsbereich von 1-8-facher Vergrößerung, einem Absehen in der ersten und einem Rotpukt in der zweiten Bildebene

Spätestens seit den Terroranschlägen von Paris im November 2015 hat sich die Zahl der Diskussionen über den Einsatz von Sturmgewehren bei der Polizei vervielfacht. Das Sturmgewehr bietet gegenüber der Dienst- oder Maschinenpistole eine höhere Geschossenergie sowie die Möglichkeit damit auch auf größere Distanzen wirken zu können. Dadurch kann ein breites Einsatzspektrum von der Nahdistanz im Haus bis hin zum Sicherungsschützen auf einige hundert Meter seitens der Waffe abgedeckt werden. Unter anderem deswegen haben in der jüngsten Zeit schon einige deutsche und europäische Spezialeinheiten ihren Waffenmix um das Sturmgewehren erweitert.

 

Um die mit dem Sturmgewehr einhergehenden neuen Möglichkeiten effektiv ausnutzen zu können empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung einer Zieloptik. Während bei Maschinenpistolen Rotpunktvisiere helfen Ziele im Nahdistanzbereich schneller und stressresistenter als mit Kimme und Korn aufzunehmen, kommen diese auf weitere Distanzen an ihre Grenzen. Um auch sicher auf größere Distanzen agieren zu können empfiehlt sich in diesem Fall die Kombination eines sogenannten Magnifier mit einer konstanten Vergrößerung oder alternativ gleich die Verwendung eines Zielfernrohres mit variabler Vergrößerung.

 

Moderne Zielfernrohre sind eine ideale Ergänzung zum Sturmgewehr. In Kombination ist ein solches System vom Nahdistanzbereich im Haus bis hin zu einigen hundert Meter nutzbar. Dabei handelt es sich in diesem Falle aber nicht um klassische Zielfernrohre für Präzisionsgewehre, sondern um sehr kompakte Varianten. Diese bieten am unteren Ende eine „echte 1-fache Vergrößerung“, welche in Kombination mit einem integrierten tagelichttauglichen Rotpunkt die Verwendung als Reflexvisier ermöglicht. Am oberen Ende reicht die Vergrößerung häufig bis 6-fach oder mehr. Dies erlaubt neben dem Schießen auf weitere Distanzen bis hin zu einigen hundert Metern auch die Möglichkeit das Zielfernrohr für Beobachtungs- und Identifikationszwecke zu nutzen.

 

Bei der Auswahl eines Zielfernrohres ist jedoch auf bestimmte Parameter zu achten. Einer davon ist der Augenabstand. Dieser liegt meisten in Bereich um die 9 cm und sollte über den ganzen Vergrößerungsbereich konstant sein damit die Kopfposition beim Vergrößerungswechsel nicht verändert werden muss. 

 

Eine andere wichtige Kenngröße, vor allem bei der Verwendung als Reflexvisier, ist die sogenannte Austrittspupille. Dieser Wert sollte möglichst groß sein, da er angibt wie groß der Bereich ist in dem man das volle Bild durch das Zielfernrohr wahrnehmen kann. Darüber hinaus ist auch auf ein ausreichend großes Sehfeld zu achten. Dabei kommt es weniger auf das Sehfeld bei der 1-fachen Vergrößerung an, da in diesem Falle das Zielfernrohr mit beiden Augen offen genutzt wird und man so ohnehin fast den ganzen Halbraum in Schussrichtung wahrnimmt. Wichtig ist das Sehfeld vor allem bei den großen Vergrößerungen, um auch in dieser Einstellung genügend vom Ziel wahrnehmen zu können.

 

Auch die Wahl der Bildebene in der sich das sogenannte Absehen befindet ist von großer Bedeutung. In einem Zielfernrohr gibt es zwei Bildebenen in denen sich das Absehen befinden kann. Die 1. Bildebene befindet sich dem beobachteten Objekt zugewandt. Ein Absehen in dieser Bildebene wird bei dem Vergrößerungsvorgang in gleicher Relation wie das eingefangene Bild von außen vergrößert. Befindet sich ein Absehen jedoch in der 2. Bildebene, welche dem Schützen zugewandt ist, bleibt es bei einem Vergrößerungswechsel immer gleich groß während sich das eingefangene Bild von außen entsprechend vergrößert.

 

Jede Bildebene bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich.

 

Ein Absehen in der 1. Bildebene hat den Vorteil, dass es sich mitvergrößert und so auf jeder Vergrößerung zum einfachen ausmessen von Objekten oder zur Schussbahnkorrektur genutzt werden kann. Zu große Markierungen im Absehen haben hier jedoch den Nachteil das Sie beim vergrößern Objekte verdecken, weswegen hier nur feine Strukturen verwendet werden sollten.

 

Da in der 2. Bildebene das Absehen nicht mitvergrößert wird bietet diese sich für die Platzierung eines feinen Rotpunktes an, da dieser dann schon bei kleinen Vergrößerungen sichtbar ist und beim Vergrößerungsvorgang immer weniger vom Ziel verdeckt. Ein Absehen in dieser Bildebene hat den Nachteil das die Referenz Markierungen nur bei einer Vergrößerung korrekt sind und ansonsten die aktuelle Vergrößerung beim ausmessen oder korrigieren mitberücksichtigt werden muss.

 

Eine ideale Kombination ist daher ein feines Absehen in der 1. und ein Rotpunkt in der 2. Bildebene. So ist es möglich mit dem Absehen auf allen Vergrößerungen direkt zu messen oder Schussbahnen zu korrigieren und mit dem Rotpunkt schnell ein Ziel aufzunehmen ohne zu viel zu verdecken. 

 

Text/Bilder: Dr. J. Hennemann, Schmidt & Bender

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