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Massenkommunikation im Ernstfall

Bild: dreamstime

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Bei Großveranstaltungen oder Naturkatastrophen rücken Rettungskräfte in großer Zahl aus. Schnell eine Kommunikationsinfrastruktur einzurichten ist eine enorme Herausforderung – die das neue Tactilon Nutzer-Management Tool von Airbus Defense and Space (ehemals Cassidian) mühelos bewältigt. 

 

Ob Hochwasser, Staatsbesuch oder Fuß­ballmeisterschaft: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste müssen bei Großereignis­sen oft kurzfristig zusammenarbeiten. Die Einrichtung der Infrastruktur im Rahmen von Bosnet, dem Tetranetz für deutsche Behörden und Organisationen mit Sicher­heitsaufgaben, mit der die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ordnungs-und Rettungskräften erst möglich wird, ist eine enorme Herausforderung.

 

Allen Beteiligten müs­sen individuelle, ihrer Funktion entsprechende Zugangsrechte zugewiesen werden. Bei Hunderten oder gar Tausenden von Helfern und sich rasch verändernden Umständen ist es da schwer, den Überblick zu behalten. In föderalistischen Staaten wie Deutschland ist das besonders schwer, da die Organisation der Rettungsdienste auf Landesebene angesiedelt ist, bei Groß­einsätzen aber häufig Kräfte aus mehreren Ländern zusammenarbeiten. 

 

Alexander Aschir von Cassidian Com­munications in Ulm ist der Projektleiter von Tactilon – einer Nutzermanagement- Lösung, die Cassidian in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelt hat. Die gesamte Entwicklung nahm ledig­lich 18 Monate in Anspruch. 

„Wir haben mit mehr als 700 Anforderungen begonnen, die in einem Vertrag zwischen der BDBOS und Cassidian festgelegt wa­ren“, erklärt Aschir.

 

Eine der Anforderungen war, die Benutzerrechte schneller zuweisen zu können. Und genau hier greift Tactilon. Mit dem alten System mussten im Bosnet die Zugangsrechte für jeden Benutzer sepa­rat verwaltet werden. „Man konnte größere Gruppen also nicht schnell organisieren oder kurzfristig auf veränderte Umstände reagieren“, erklärt Aschir. Die Einführung von Profilen hat diesen Vorgang erheblich beschleunigt: „Mit einem Klick kann man ein Profil mehreren Personen zuweisen und ih­nen damit alle Rechte dieses Profils erteilen. Das bedeutet auch, dass man die Rechte einer ganzen Benutzergruppe anpassen kann, indem man einfach das betreffende Profil ändert. Mit dem neuen System ist all das in wenigen Minuten möglich.“ 

 

 Im Team zum Erfolg 

Ein weiterer wichtiger Punkt war eine ein­heitliche und intuitive Benutzeroberfläche, die Anwender mit unterschiedlichem Kennt­nisstand bedienen können. Dabei mussten auch die unterschiedlichen Anforderungen und Organisationsstrukturen der Bundes­länder berücksichtigt werden. Aus diesem Grund sind die Zugangsrechte – wer kann Daten einsehen und ändern – hierarchisch strukturiert. 

Für die Endanwender, also für Polizei, Feu­erwehr und Rettungsdienste im Einsatz, liegen die Vorteile auf der Hand: Sie können die Bosnet-Kommunikationsrechte schnell an veränderte Umstände anpassen und Einsätze effektiver durchführen. 

 

Die Einführung von Tactilon wurde im Juli abgeschlossen. Mit einer Kapazität von 500.000 Benutzern in 10.000 Rufgruppen ist Bosnet das größte terrestrische Bün­delfunknetz (Tetra) der Welt. Dank Tactilon können die Nutzer jetzt schnell und effektiv verwaltet werden. Laut Aschir war die Er­wartungshaltung enorm, jede Verzögerung und Fehlfunktion wäre beide Seiten teuer zu stehen gekommen.

 

Die Basis des Erfolgs war das Entwicklungsteam: Auf Kunden­seite legten Vertreter der Länder die Anfor­derungen fest, die Vertreter von Cassidian steuerten ihr Know-how bezüglich der technischen Machbarkeit und der Imple­mentierung bei. Auch der flexible Entwick­lungsansatz spielte eine Rolle – ein Novum im Zusammenspiel zwischen Cassidian und der öffentlichen Hand. Nach jedem Ent­wicklungszyklus erhielt das Team Kunden­feedback zur neuen Implementierung. „Das Team konnte schnelle Entscheidungen tref­fen und sich zügig auf Änderungen einigen“, sagt Aschir. „Der Standardablauf hätte er­heblich mehr Zeit in Anspruch genommen.“  

 

War die besonders enge Zusammenarbeit für den Kunden von Vorteil? „Mit Sicher­heit“, resümiert Aschir. „Durch die enge Abstimmung mit dem Kunden entsteht ein Vertrauensverhältnis. Man konzentriert sich gemeinsam auf das Ziel, ein gutes Produkt zu entwickeln. Wenn der Kunde an der Lö­sungsfindung beteiligt ist, fühlt er sich mit­verantwortlich und leistet seinen Beitrag.“ 

 

Dank des innovativen Entwicklungsan­satzes und der unermüdlichen Arbeit aller Beteiligten wurde Tactilon termin- und bud­getgerecht ausgeliefert und erfüllt sämtliche Kundenanforderungen. Ein Vertreter der Kundenseite dazu: „Eine so herausragende Leistung ist in der IT-Welt selten.“ Alexander Aschir