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Greif – Eine counter sUAS-Lösung für mobile und sichere Drohnenabwehr

(Bilder: Hybrid Aerospace Amynetron GmbH)

Dr.-Ing. Ralf Schmidt

Von Dr.-Ing. Ralf Schmidt

Ralf Schmidt studierte Maschinenwesen an der Technischen Universität München (TUM) und war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg im Bereich Maschinenbau Aerospace Engineering. Dort und an der TUM forschte er im Bereich der Luftfahrtantriebe und promovierte an der TUM zum Thema kleiner Gasturbinen mit Schwerpunkt auf deren Effizienzsteigerung der Schubdüse und Einsatz in unbemannten Luftfahrtsystemen. Seit 2024 ist er Co-Founder und Geschäftsführer der Hybrid Aerospace Amynetron GmbH, die sich auf die Entwicklung von Counter-UAS-Lösungen sowie Drohnensystemen spezialisiert hat.


Die Jägerdrohne „Greif“ von Hybrid Aerospace unterstützt Einsatzkräfte mit einer mobilen, schnellen und kosteneffizienten Abfangfähigkeit gegen Drohnen bei höchstem Schutz von Unbeteiligten.

Problemstellung

Die jüngsten Drohnenvorfälle in Deutschland verdeutlichen ein zentrales Problem der zivilen Drohnenabwehr: Viele Fluggeräte konnten mangels ausreichender Detektionsfähigkeit nie eindeutig identifiziert werden, teilweise blieb unklar, ob überhaupt eine Drohne im Einsatz war. Aufgeklärte Fälle betreffen häufig unvorsichtige Hobbypiloten, denen die Gefährlichkeit ihres Handelns nicht bewusst ist. Drohnen können nahezu jederzeit und überall auftauchen. Größe und Gewicht bestimmen dabei sowohl Gefährdungspotenzial als auch verfügbare Reaktionszeit. Kleine Drohnen stellen meist nur eine geringe Gefahr dar, während Systeme ab etwa 0,5 kg bereits gefährliche Nutzlasten tragen können. Sehr große Drohnen werden aufgrund von Kosten und Aufwand meist von Organisationen betrieben. Für die zivile Abwehr bedeutet dies: Die Wahl der Mittel muss in einem angemessenen Verhältnis zur konkreten Bedrohung stehen. Gleichzeitig muss der Schutz Unbeteiligter oberste Priorität haben. Für den flächendeckenden Einsatz sind schnelle Reaktionszeiten, einfache Handhabung und Wirtschaftlichkeit entscheidend, ebenso wie die Unterstützung der forensischen Untersuchung und der Identifikation des Piloten zur Aufklärung und Prävention.

Beschreibung der Lösung

Der „Greif“ ist eine teilautonome Jägerdrohne, die unkooperative Drohnen bis zu einem Gewicht von 1,5 kg in der Luft einfängt und sicher zu Boden bringt. Der zentrale Mechanismus ist eine federgetriebene Fangkralle: Sobald sich „Greif“ der Zieldrohne nähert, wird die Fangkralle ausgelöst und stellt eine mechanische Verbindung her, die zusätzlich durch Fangschnüre gesichert wird. Ein integrierter Rettungsfallschirm gewährleistet auch in unvorhergesehenen Situationen eine kontrollierte Landung.

Der Autopilot steuert das Abfangmanöver weitgehend autonom, sodass der Bediener lediglich überwachend eingreift. Nach erfolgreichem Zugriff kann der „Greif“ mit der unbeschädigt eingefangenen Drohne kontrolliert landen. Dadurch wird eine nachfolgende technische und forensische Analyse sowie die Identifikation des Betreibers ermöglicht. Die Fangkralle lässt sich anschließend erneut spannen, sodass nach einem Akkuwechsel in kurzer Zeit ein weiterer Einsatz erfolgen kann.

Der „Greif“ ist mit einem Eigengewicht von rund 3 kg leicht zu transportieren und kurzfristig einsatzbereit. Zugleich ermöglicht der kontrollierte und präzise Zugriff den sicheren Einsatz auch in besiedelten Gebieten und dicht gedrängten Bereichen, in denen andere Abfangmethoden kaum einsetzbar sind.

Funktionsweise

Im Stand-Alone-Modus wird der „Greif“ nach einer Drohnensichtung manuell gestartet und auf das Ziel ausgerichtet. Die erfassten Drohnen werden im Videofeed angezeigt und dem Operator vorgeschlagen. Nach Bestätigung übernimmt das System ab etwa 20 m die Steuerung und wechselt auf kamerabasierte autonome Navigation. Die integrierte Sensorik berechnet automatisch den optimalen Zugriff. Nach dem Fang stabilisiert der „Greif“ die Drohne in der Luft und landet sicher. Kann die Stabilität nicht gewährleistet werden, aktiviert das System den Rettungsfallschirm.

Im integrierten Modus übermittelt ein Detektionssystem nur die ungefähre Position. Der Anflug erfolgt dann autonom und die Drohne wird im Zielgebiet von der eigenen Sensorik erfasst. Nach Bestätigung durch einen Supervisor erfolgt der autonome Fang. Dank der Sensorik kann „Greif“ auch mit Aufklärungssystemen geringer Präzision zusammenarbeiten.

Vorteile auf einen Blick

 

  • Trümmerfreier, kontrollierter Abfangprozess – schützt unbeteiligte Personen.
  • Wiederverwendbar – kosteneffizient und mehrfach einsetzbar.
  • Zerstörungsfreie Sicherung der Drohne – ermöglicht Analyse und Rückgabe an den Betreiber.
  • Kompakt und leicht – einfach zu transportieren und schnell einsatzbereit.

Fazit

Mit der Jägerdrohne „Greif“ bietet Hybrid Aerospace Einsatzkräften eine mobile, kompakte und leicht handhabbare Möglichkeit, unkooperative Drohnen bis 1,5 kg sicher abzufangen. Der kontrollierte, trümmerfreie Zugriff priorisiert den Schutz Unbeteiligter und erleichtert die Abwägung der Verhältnismäßigkeit, gerade dort, wo Reaktionszeit und Gefahrenvermeidung entscheidend sind. Für weitere Informationen und Demonstrationen kontaktieren Sie uns gerne.

 

Kontakt zum Unternehmen

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