< KI ersetzt keine Disponenten in Notrufzentralen – sie hilft ihnen

FreiburgRESIST: Resilienz­management für urbane Sicherheit

Stephan Ursuleac


Von Stephan Ursuleac, Lead Business Development Safety & Defense bei ­Materna


Städte und Kommunen stehen regelmäßig vor der Herausforderung, komplexe Veranstaltungen wie Feste, Demonstrationen oder Sportevents sicher zu koordinieren. Diese Fähigkeit ist insbesondere im Katastrophenschutz – etwa bei Starkregenereignissen – sowie im Bevölkerungsschutz, bspw. bei lageübergreifenden Einsätzen von Bund, Ländern und Kommunen, essenziell. Dabei arbeiten zahlreiche Akteure mit unterschiedlichen Systemen und tauschen Dokumente wie Sicherheitskonzepte und Lagepläne oft in verschiedenen Versionen aus. Diese Medien­brüche erschweren eine gemeinsame Lagebewertung und behindern schnelle Entscheidungen – sowohl in der Planungsphase als auch im Einsatz.

Ziel des Forschungsprojektes

„Das Forschungsprojekt FreiburgRESIST setzt genau hier an: Es stärkt die Resilienz innerstädtischer Räume gegenüber Krisensituationen – insbesondere im Kontext von Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Im Zentrum steht das digitale Resilienz-Managementsystem REMSY, das Echtzeitdaten nutzt und Organisationen wie kommunale Behörden, Polizei und Feuerwehr digital vernetzt. So entsteht ein gemeinsames Lagebild, das die Koordination und Entscheidungsfindung deutlich verbessert“, erläutert Materna-Projektleiter Filip Milojkovic.

Die Polizei wird insbesondere bei der Lagebewertung und Einsatzkoordination unterstützt. Dabei kommen innovative Technologien wie simulationsgestützte Prognosemodelle und sensorbasierte Datenquellen zum Einsatz. Funktionen wie Hörbarkeits- und Sichtbarkeitsanalysen, Räumungssimulationen, Personendichteprognosen sowie der digitale Zugriff auf Sicherheitskonzepte ermöglichen fundierte Entscheidungen – bei Großveranstaltungen ebenso wie im Alltag.

Technologisches Herzstück

REMSY bildet das technologische Herzstück des Projekts. Es kombiniert Informationen aus verschiedenen Systemen und ergänzt sie um bislang fehlende Datenquellen, etwa aktuelle Sensordaten und simulationsgestützte Prognosen. Ein denkbares Beispiel zeigt den praktischen Nutzen: In engen Altstadtgassen vieler Kommunen kann es zu unterschiedlichen Zielkonflikten kommen, wenn Polizei, Rettungswagen und Feuerwehr bspw. dieselbe Gasse gleichzeitig nutzen müssen. Um solche Situationen frühzeitig erkennen zu können, bietet sich vorhandenes Datenmaterial für Simulationen an, die dann rasch zu alternativen Lösungsszenarien führen können.

 

Verantwortung für die technische Umsetzung

Der IT-Dienstleister Materna verantwortet die technische Umsetzung und bringt Expertise in der Entwicklung webbasierter Anwendungen, der sicheren Kommunikation und der Vernetzung föderaler Datenquellen ein. Die skalierbare Systemarchitektur erfüllt die Anforderungen moderner Sicherheitsbehörden und kommunaler Verwaltungen.

FreiburgRESIST zeigt, wie aus Forschung konkrete Umsetzung entsteht – und wie durch die Verbindung von kommunaler Praxis, polizeilicher Erfahrung und technologischer Innovation ein zukunftsweisender Beitrag zur urbanen Sicherheitsforschung geleistet werden kann.

Sprechen Sie uns bei Interesse gern an – wir freuen uns auf den Austausch.