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< Greif – Eine counter sUAS-Lösung für mobile und sichere Drohnenabwehr

Vorbereitung auf den nächsten Drohnenvorfall: Was die Polizei aktuell unternehmen kann

DroneSentry-X Mk2 Blick über das Stadtpanorama; DroneSentry-X Mk2 ist ein softwaredefiniertes Erkennungs- und adaptives Störungssystem, das für den mobilen, feldtauglichen Pop-up- und ortsfesten Schutz entwickelt wurde. (Bilder: DroneShield)

RfPatrol Mk2 wird von Polizeibeamten gehalten; Tragbare Lösung, die Strafverfolgungsbehörden eine echte Luftraumüberwachung ermöglicht.

Karte mit Drohnenerkennungen auf dem Bildschirm; DroneSentry-C2 liefert ein einheitliches Echtzeit-Einsatzbild zur Drohnenabwehr

Ein Mitarbeiter, der eine DroneGun Mk4 hält; DroneShield präsentierte seine DroneGun Mk4 im Dezember 2025 in Deutschland.

Interview mit Mike Schut, Leiter der Firma DroneShield 


Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit führten Drohnensichtungen am Flughafen München zu Störungen im Flugbetrieb. Schon vor diesem langen Wochenende und während der letzten Tage des Oktoberfestes verzeichnete der Flughafen ein erhöhtes Passagieraufkommen. Fast 3.000 Passagiere saßen letztlich infolge dieser Störungen fest, und für die Gestrandeten mussten Feldbetten, Decken, Essen und Getränke bereitgestellt werden. Für einige Stunden wurde der Münchner Flughafen zu einer provisorischen Notunterkunft. Insgesamt wurden 17 Abflüge gestrichen, und 15 Ankünfte wurden auf andere Flughäfen in Deutschland und Europa umgeleitet. Wenngleich die genauen Kosten noch unklar sind, entstanden den Fluggesellschaften aufgrund dessen hohe Betriebs- und Passagierkosten. Am deutlichsten zu spüren waren aber wahrscheinlich die Auswirkungen dieser Vorkommnisse auf die Menschen. 

Einige Tage nach dem Vorfall wurde bekannt gegeben, dass neue Gesetze beschlossen werden sollen, die es der Polizei künftig ermöglichen, auf Drohnenvorfälle zu reagieren. Mit diesen Änderungen würde Deutschland wie andere europäische Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, handeln können. Außerdem wurde angekündigt, dass eine neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei eingerichtet werden soll, um auf die zunehmende Gefahr durch Drohnen zu reagieren. Als die Einheit im Dezember 2025 in Dienst gestellt wurde, versicherte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, dass auf hybride Drohnenbedrohungen „schnell, präzise und mit modernster Technologie“ reagiert werde.

Kurz vor Weihnachten eröffnete Deutschland ein neues nationales Drohnenabwehrzentrum. Dieses soll die Koordination zwischen Bund und Ländern verbessern und ist ein wichtiger Baustein in der Strategie gegen die zunehmende Bedrohung durch hybride Drohnenangriffe. 

Aufgrund dieses Vorfalls mir Drohnen und zwischenzeitlich und auch davor weiterer Ereignisse mit Drohnen im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur sprachen wir mit dem  Leiter der Firma DroneShield darüber, was die Polizei nunmehr unternehmen muss, um weiterhin die Deutungshoheit zu behalten. Dabei äußerte er sich zu einigen der wichtigsten Herausforderungen, mit denen die Strafverfolgungsbehörden konfrontiert sind, wenn sie Lösungen zur Abwehr von Drohnen in Betracht ziehen.


Redaktion: Sehr geehrter Herr Schutt, was kann die Polizei aktuell unternehmen, um auf den nächsten Drohnenfall vorbereitet zu sein? 

Mike Schut: Wie die anderen europäischen Länder ist auch Deutschland intensiv um eine bessere Drohnenabwehr bemüht. Für die politischen Entscheidungsträger bedeutet dies, dass Gesetze und Rechtsrahmen aktualisiert, strategische Richtlinien angepasst und Investitionen in neue Technologien getätigt werden müssen. Die eigentliche Herausforderung besteht allerdings darin, sowohl die Technologiepalette als auch die Wirksamkeit der bereits vorhandenen Lösungen zu verstehen.  

DroneShield (ASX:DRO) ist ein weltweit führender Anbieter von Lösungen in den Bereichen der Drohnenabwehr und der elektronischen Kampfführung. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, Infrastruktur und kritische Anlagen vor neuen Bedrohungen durch Drohnen zu schützen. Für die Bereitstellung von Lösungen zur Drohnenabwehr in Deutschland bin ich bei DroneShield verantwortlich. 


Redaktion: Welche Lösungen zur Drohnenabwehr stehen Strafverfolgungsbehörden schon jetzt zur Verfügung? 

Mike Schut: Die Technologie zur Drohnenabwehr ist sehr vielfältig. Die Strafverfolgungsbehörden müssen daher die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie bedenken, ob es nun darum geht, unerwünschten Drohnen aufzuspüren, zu verfolgen oder letztlich abzufangen. Für Strafverfolgungsbehörden reichen oft nicht-kinetische Handgeräte aus, um die öffentliche Sicherheit in Vororten und bebauten Gebieten zu gewährleisten. Für kritische Infrastruktureinrichtungen wie Flughäfen und Energieanlagen können auch nicht-kinetische stationäre Lösungen infrage kommen.

Die Drohnentechnologie entwickelt sich ständig weiter, um bestehende Gegenmaßnahmen zu umgehen. Eine ausgereifte Lösung zum Aufspüren von Drohnen sollte daher aus mehreren Sensoren bestehen, wie Radiofrequenzerkennung, Radargeräten und optischen Sensoren. Ein umfassendes Technologiepaket sollte künstliche Intelligenz, Sensorfusion und Abwehrlösungen beinhalten. DroneShield ist hervorragend positioniert, um ein umfassendes Ökosystem von Lösungen zur Drohnenabwehr anzubieten, die auf nahtlose Interoperabilität mit einer Reihe weit verbreiteter Protokolle für Benutzeroberflächen zugeschnitten sind. 


Redaktion: Welche Formen sowohl des legalen wie auch des illegalen Drohneneinsatzes gibt es weltweit, die von den Strafverfolgungsbehörden überwacht werden müssen und auf die sie sich vorbereiten müssen? 

Mike Schut: Drohnen sind günstig und leicht zugänglich. Aus diesem Grund werden sie weltweit von Kriminellen genutzt. Drohnen kommen in diesem Zusammenhang etwa für die Lieferung von Schmuggelware in Gefängnisse, den internationalen Drogenschmuggel oder die Erkundung potenzieller Einbruchsziele zum Einsatz. Ferner werden sie verwendet, um Personen oder kritische Infrastruktureinrichtungen, darunter Militärstützpunkte, auszuspionieren. Sie können Großveranstaltungen wie Sportereignisse und Konzerte stören oder Rettungsmaßnahmen wie den Einsatz von Rettungshubschraubern behindern. 

Allerdings sind nicht alle Drohnenvorfälle böswilliger Art. Hobby-Drohnenpiloten, die sich der örtlichen Gesetze zum Drohnenbetrieb nicht bewusst sind, können ungewollt für gefährliche Drohnenüberflüge verantwortlich sein. Dies stellt die Strafverfolgungsbehörden vor Herausforderungen im Umgang mit solchen Vorfällen. 


Redaktion: Aus polizeilicher Sicht stellt sich die Frage: Welche konkreten operativen Lücken lassen sich mit den Lösungen von DroneShield schließen, die sich mit herkömmlichen Instrumenten zur Drohnenabwehr oder Luftraumüberwachung nicht schließen lassen? 

Mike Schut: Viele herkömmliche Technologien zur Drohnenabwehr beschränken sich beim Aufspüren von Drohnen auf den Abgleich anhand restriktiver Drohnenbibliotheken. Dies schränkt ihre Fähigkeit zur Erkennung neuer oder angepasster Drohnenmodelle ein. Darüber hinaus arbeiten zwar viele Drohnen mit einem Sender, der ihren Standort übermittelt, bei nicht kooperativen Drohnen ist dieser in der Regel jedoch entfernt oder deaktiviert worden. Kostengünstige Aufspürtechnologien, die auf Sendertechnologie basieren, können daher solche Drohnen überhaupt nicht lokalisieren. 

DroneShield hat daher eine hochmoderne Radiofrequenz-KI (RFAI) entwickelt, um diese Herausforderung zu bewältigen. Sie bietet eine beispiellose Situationserkennung und adaptive Lösungen, mit denen sich nicht nur handelsübliche Drohnen, sondern auch nicht kooperative Drohnen – also solche, die unentdeckt bleiben wollen – erkennen lassen. 


Redaktion: Wie lassen sich die Lösungen von DroneShield mit den bestehenden Benutzeroberflächen, Funksystemen und Sensorsystemen der Polizei verbinden, und welchen Grad an technischer Komplexität müssen die Behörden bei Einführung der Lösungen von DroneShield bedenken? 

Mike Schut: Als weltweit führender Anbieter von Drohnenabwehrtechnologie hat DroneShield erheblich in die Anpassung seiner Lösungen investiert, um eine nahtlose Interoperabilität mit zahlreichen bestehenden und beliebten Standards, darunter ATAK und SAPIENT, sicherzustellen.

Alternativ bietet DroneSentry-C2 von DroneShield eine spezielle Benutzeroberfläche zur Drohnenabwehr. Diese wurde für den schnellen Einsatz auf bestehender oder bereitgestellter IT-Infrastruktur vorbereitet und bewusst so konzipiert, dass sie für Nutzer wie Polizeibeamte an vorderster Front einfach zu bedienen ist. 

Unsere Produkte erfordern nur einen minimalen Einrichtungs- und Schulungsaufwand und verfügen über leicht zu handhabende Benutzeroberflächen.


Redaktion: Wie können DroneShield-Produkte dabei helfen, bei Großveranstaltungen und Open-Air-Events wie Sportveranstaltungen, Konzerten und anderen öffentlichen Veranstaltungen die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten? 

Mike Schut: Drohnen wurden bereits für Angriffe auf Großveranstaltungen und Open-Air-Events eingesetzt. Fehlt es an Technologien zur Drohnenabwehr, können nachlässige Hobby-Drohnenpiloten oder böswillige Demonstranten, Vandalen und sogar Terroristen Veranstaltungen mit Hilfe einer Drohne stören.

DroneShield trägt mit verschiedenen weltweit führenden Technologien zur Drohnenabwehr bei, um Stadien und Veranstaltungsorte zu schützen. Stationäre Aufspürlösungen, die sich auf eine Kombination aus Radiofrequenzerkennung, Radaren und optischen Sensoren erstrecken können, eignen sich für die Abwehr von Bedrohungen über großen Flächen und vermitteln den Nutzern Situationsbewusstsein, indem sie sowohl die Drohne als auch die sie steuernde Person identifizieren und geolokalisieren können.  

Wenn die Bedrohungslage nicht-kinetische Fähigkeiten erfordert, können tragbare oder stationäre Störsender für Funkfrequenztechnologien eingesetzt werden, die nur geringe Kollateralschäden verursachen – solange dies nach den örtlichen Gesetzen auch zulässig ist.


Redaktion: Können Sie Praxisbeispiele oder Anwendungsfälle nennen, in denen Strafverfolgungsbehörden erfolgreich auf die Lösungen von DroneShield zurückgegriffen haben, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten bzw. Großveranstaltungen oder kritische Infrastrukturen zu schützen? 

Mike Schut: Im Jahr 2023 kamen mehr als 440.000 Zuschauer zum Formel-1-Rennen beim Großen Preis von Australien. Neben den Zuschauern waren auch lokale Polizeibeamte mit der DroneGun Tactical von DroneShield vor Ort, einem tragbaren Funkfrequenzstörer, mit dem sichergestellt wurde, dass unerwünschte Drohnen erfolgreich abgewehrt werden konnten. 

Die Technologie von DroneShield wurde auch von lokalen Strafverfolgungsbehörden zum Schutz des jüngsten NATO-Gipfels 2025 in Den Haag eingesetzt. 

Dies sind nur ein paar Beispiele dafür, wie DroneShield mit Veranstaltern, Veranstaltungs­orten und Behörden zusammenarbeitet, um Strategien zur Abwehr nicht autorisierter Droh­nen für den Schutz von Sportstätten und Veranstaltungsorten umzusetzen.


Redaktion: Wie passt DroneShield seine Technologie an, um mit den sich rasch wandelnden Fähigkeiten von Drohnen und neuen Bedrohungen Schritt zu halten, denen die Polizeibehörden in den nächsten fünf Jahren ausgesetzt sein dürften? 

Mike Schut: Eine der größten Bedrohungen für Technologien zur Drohnenabwehr sind die laufend neuen Taktiken der Drohnenhersteller. Um diese rasche Entwicklung der Bedrohungslage anzugehen, veröffentlicht DroneShield vierteljährliche Software-Updates.

So wurde die Version Q1 2026 entwickelt, um den Betrieb zu vereinfachen, die kognitive Belastung zu reduzieren und den Nutzern dabei zu helfen, schnellere und sicherere Entscheidungen beim Umgang mit Bedrohungen durch Drohnen zu treffen.

Die vierteljährlichen Software-Updates unterstreichen, wie wichtig DroneShield Aspekte wie operative Klarheit, Zuverlässigkeit und praktische Handhabung sind, damit die Nutzer auch bei laufend neuen Drohnenbedrohungen sicher reagieren können.


Redaktion: Wie können die deutschen Behörden mehr über die weltweit führenden Kompetenzen von DroneShield im Bereich der Drohnenabwehr erfahren? 

Mike Schut: Wir laden Sie sehr herzlich ein, unser Team auf den kommenden Branchenveranstaltungen und Messen in ganz Deutschland, darunter die Enforce Tac 2026, kennenzulernen. Weitere Informationen über DroneShield und unsere einsatzbereiten Produkte finden Sie zudem unter www.droneshield.com. Alternativ er­reichen Sie unser Team direkt per E-Mail an info@droneshield.com. 

Redaktion: Wir danken Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch. 


Das Interview wurde vom Redakteur der Zeitschrift POLIZEIPRAXIS Dirk Weingarten geführt.