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Die Taschenlampe, die Drogen erkennt – Moderne Unterstützung für die Polizei vor Ort

(Bild: NIRLAB AG)

(Bild: JALIL/stock.adobe.com (KI))

(Bild: NIRLAB AG)

Anette Fey

Von Anette Fey

Die Autorin ist seit 2008 bei analyticon instruments tätig. Dort verantwortet sie seit 2009 die Entwicklung des Geschäftsbereichs „Handheld-Analysatoren zur Detektion unbekannter Chemikalien“. Diese Spektrometer identifizieren gefährliche Substanzen wie Sprengstoffe, Betäubungsmittel, biologische und andere Bedrohungen und werden von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) eingesetzt. Anette Fey ist seit 2016 Vertriebsleiterin für den Gesamtvertrieb und Prokuristin. Mit ihrer Arbeit unterstützt sie den neuen strategischen Ansatz von Feuerwehr, Polizei, Militär und Zoll. Gefährdungslagen sollen nicht nur erkundet, sondern direkt vor Ort „analysiert“ werden. Idealerweise geschieht dies, ohne Proben zu entnehmen oder auf Laborergebnisse zu warten.


Die Erkennung von Betäubungsmitteln gehört für viele Polizeibeamtinnen und -beamte zum regelmäßigen Einsatzgeschehen. Ob Verkehrskontrollen, Einsätze im Drogenmilieu, Durchsuchungen oder Zollkooperationen – immer wieder tauchen Substanzen auf, bei denen schnell geklärt werden muss, worum es sich handelt. Genau hier setzt das NIRLAB an: Das moderne Nahinfrarot-Spektrometer (NIR), wurde speziell dafür entwickelt, Substanzen vor Ort schnell, sicher und zerstörungsfrei zu identifizieren.

Herausforderungen bisheriger Vorgehensweisen

Bislang verläuft die Identifikation von Betäubungsmitteln meist in etwa so: Eine verdächtige Substanz wird sichergestellt, man führt einen oder mehrere Farbtests durch und wertet die Farbreaktion aus. Diese Tests sind seit Jahrzehnten etabliert, haben aber gleich mehrere Nachteile, die im polizeilichen Alltag zu Unsicherheiten führen.

Farbtests liefern nur Hinweise, aber keine eindeutigen Ergebnisse.

Die Farbreaktionen können von Anwendern unterschiedlich interpretiert werden und reagieren teilweise auch auf nicht verbotene Substanzen.

Farbtests erfordern immer eine Probennahme.

Dafür muss die Verpackung der Substanz geöffnet oder angerührt werden. Das kostet Zeit, ist nicht immer ungefährlich und bedeutet zusätzlichen Dokumentationsaufwand. Außerdem entsteht bei jedem Test chemischer Abfall, der gesondert entsorgt werden muss.

Bei Streckmitteln und Vorstufen stoßen Farbtests an ihre Grenzen.

Solche Mischungen kommen häufig vor, etwa in Kokain, gepressten Tabletten oder unbekannten Pulvern. Die eigentliche Analyse findet dann erst viel später im Labor statt. Bis dahin bleibt für die Einsatzkräfte unklar, welche Stoffe genau vorliegen und wie gefährlich sie sind.

Was macht NIRLAB anders?

Das NIR-Spektrometer NIRLIGHT bringt zusammen mit der NIRLAB App auf dem Smartphone einen völlig neuen Ansatz in den polizeilichen Alltag: Es ermöglicht eine schnelle, präzise und nicht-invasive Identifikation von Betäubungsmitteln direkt am Einsatzort – ohne chemische Reagenzien, ohne Probennahme und ohne die Substanz zu verändern.

Das Gerät arbeitet mit völlig ungefährlichem Nahinfrarotlicht. Es wird auf die Substanz gerichtet und von dieser reflektiert. Die reflektierten Wellenlängen erzeugen ein charakteristisches „Spektrum“, das einer Art Fingerabdruck der chemischen Zusammensetzung entspricht. Dieses Spektrum wird automatisch mit einer Datenbank abgeglichen. Diese Datenbank wurde durch die Universität Lausanne in der Schweiz entwickelt und wird auch dort auf einem Server gehostet. Innerhalb weniger Sekunden erhält der Anwender die klare Information welche Substanz vorliegt und – falls verfügbar – welcher Wirkstoffgehalt zu erwarten ist.

Vorteile im polizeilichen Alltag

Für die Beamtinnen und Beamten bedeutet der Einsatz des NIRLAB in der Praxis gleich mehrere entscheidende Verbesserungen:

 

  • Schnelle Ergebnisse vor Ort
    Der größte Vorteil ist die Zeitersparnis. Statt erst Proben zu entnehmen, Tests durchzuführen oder auf Laborbefunde zu warten, steht das Ergebnis in wenigen Sekunden fest. Das erleichtert Entscheidungen während Kontrollen oder Durchsuchungen erheblich.
  • Keine Probennahme notwendig
    Die Substanz muss in den meisten Fällen nicht geöffnet, berührt oder umgefüllt werden. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern reduziert auch dokumentarischen und organisatorischen Aufwand.
  • Hohe Anwenderfreundlichkeit
    Das NIRLAB ist für den mobilen Einsatz konzipiert und lässt sich intuitiv bedienen. Auch Einsatzkräfte ohne chemisches Fachwissen können damit zuverlässig arbeiten.
  • Zerstörungsfreie Analyse
    Da keine Substanz verbraucht oder verändert wird, bleiben alle Beweismittel vollständig erhalten – ein Vorteil für die spätere Verfahrenstauglichkeit.
  • Reduzierte Fehlerquellen
    Die subjektive Interpretation von Farbreaktionen entfällt. Das System liefert klare, objektive Ergebnisse auf Basis der Datenbank.
  • Erkennung von Mischungen und verschiedenen Wirkstoffgehalten
    Gerade bei Straßendrogen sind Reinheit und Zusammensetzung stark schwankend. Während Farbtests lediglich ein „Ja/Nein“ für bestimmte Stoffgruppen liefern, kann das NIRLAB – je nach Datenlage – auch Aussagen zur Konzentration/Qualität treffen.

Mehr Sicherheit für Einsatzkräfte

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Arbeitssicherheit. Substanzen wie Fentanyl oder Nitazene können bereits in kleinsten Mengen gefährlich sein. Die Möglichkeit, Stoffe in den meisten Fällen kontaktlos durch Kunststofftütchen oder andere transparente Verpackungen hindurch zu analysieren, reduziert das Risiko erheblich.

Entlastung der Labore und schnellere Verfahren

Eine fundierte erste Einschätzung am Einsatzort entlastet außerdem die kriminaltechnischen Labore. Nicht jeder kleine Fund muss sofort aufwendig untersucht werden. Für Ermittlungs- und Strafverfahren bedeutet das kürzere Bearbeitungszeiten und klarere Entscheidungsgrundlagen.

Fazit

Moderne Technik für einen effizienteren Polizeialltag

Mit dem Einsatz des NIRLAB erhalten Polizeibeamtinnen und -beamte ein Werkzeug, das den täglichen Umgang mit unbekannten Substanzen deutlich vereinfacht. Die Kombination aus schneller Identifikation, einfacher Bedienung und erhöhter Sicherheit macht das Nahinfrarot-Spektrometer zu einer wertvollen Unterstützung. Dies gilt sowohl im Streifendienst als auch bei spezialisierten Einheiten. Das NIRLAB ersetzt nicht in jedem Fall die abschließende Laboranalyse, bietet aber vor Ort genau das, was die Praxis braucht: schnelle Klarheit, weniger Aufwand und mehr Sicherheit.