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Einheitliche Softwarestände der Digitalfunk BOS Endgeräte

Abb.1: Automatischer Netzwechsel

Abb.2: Shortcut Menü SDS Eingang

Abb.3: Short Menü verpasste Ereignisse

Abb.4: Statusanzeige

Die Einführung des Digitalfunks im Jahr 2006 und der sukzessive Rollout in den einzelnen Bundesländern sorgte dafür, dass in den letzten 12 Jahren über 800.000* Teilnehmer/-innen im BOS-Digitalfunknetz registriert wurden. Von diesen registrierten Teilnehmern gehören ein Drittel zur polizeilichen BOS und rund 517.000 Teilnehmer zur nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr. 

 

Ist für eine reibungslose Funkkommunikation sichergestellt, dass alle Endgeräte über die neuesten Firmware-Updates und Lizenzen verfügen?

 

Dem ist leider nicht so. Durch die zeitlich versetzte Beschaffung in den Bundesländern, verfügen die Einsatzkräfte über Endgeräte unterschiedlicher Serienmodelle und Softwarestände. Dies kann zu Problemen bei der Funkkommunikation führen. 

 

Gibt es eine Lösung für alle Bundesländer?

Um zu gewährleisten, dass alle Geräte über die gleichen Lizenzen und Firmwareupdates verfügen, hat das Land NRW als erstes Bundesland reagiert. 

 

Im Jahr 2006 hat das Land NRW mit den kommunalen Spitzenverbänden im Zuge der Einführung des Digitalfunks vereinbart, dass die Kommunen ihre digitalen Endgeräte in Eigenregie beschaffen und selbst programmieren. Das Land hingegen stellt ein funktionsfähiges und sicheres Digitalfunknetz nach TETRA-Standard bereit.

 

Die Erfahrung hat dem Land NRW gezeigt, dass dies nicht so ist. Aus diesem Grund wird das Land unter der Verantwortung des Instituts der Feuerwehr und der Mitwirkung der Kommunen und Hilfsorganisationen eine Musterprogrammierung für die Endgeräte erstellen. Anhand dieser Musterprogrammierung NRW wird die Interoperabilität der BOS Digitalfunk Endgeräte, unabhängig von Organisation, Hersteller und Endgerätetyp gewährleistet und die Netzintegrität sichergestellt.

 

Bezieht sich die Musterprogrammierung auf die unterschiedlichen Dienste, wie zum Beispiel Gruppenruf, Einzelruf, Kurzdaten und GPS?

 

Die Musterprogrammierung NRW gewährleistet, dass diese Dienste auch bei Weiterentwicklungen einwandfrei auf allen Endgeräten funktionieren.

 

Wird diese Musterprogrammierung für die polizeiliche und nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr eingesetzt?

 

Vorreiter ist hier die nicht-polizeiliche BOS in NRW. Am 03.07.2018 hat das Land NRW für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr mit der Firma SELECTRIC einen Vertrag über alle bis zum Ende des Jahres 2019 notwendigen Firmware-Updates und notwendigen Lizenzen für Sepura BOS Digitalfunk Endgeräte geschlossen. 

 

Das bedeutet für die nicht-polizeiliche BOS in NRW, dass für alle bis zum 31.07.2018 bezogenen Sepura BOS Digitalfunk Endgeräte das Firmware-Update und die nachfolgend aufgeführten Lizenzen kostenlos abgerufen werden können:

 

-Gesprächsgruppenabhängige Statuszieländerung 

-Automatischer Netzwechsel bei Auswahl einer Gesprächsgruppe 

-TMO/DMO Umschaltung direkt mit Auswahl einer Gesprächsgruppe

-"Short-Cut Menü“-Schnellzugriff auf ausgewählte Menüpunkte 

-Statusanzeige im Funkgerätedisplay

 

Für alle Geräte, die ab dem 01.08.2018 durch die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr bei SELECTRIC bezogen werden, hat das Land ein Softwarepaket für die oben aufgeführten Lizenzen und die bis Ende 2019 erforderlichen Firmware-Updates zu einem Festpreis vereinbart. 

Die Konfiguration und Programmierung der Sepura Endgeräte mit der neuen Software wird mit dem Sepura Radio Manager (Version 2.19.31.0) durchgeführt. Die programmierenden Kreise und vorhaltenden Stellen der Feuerwehren und Rettungsdienste in NRW verfügen meist über den Sepura Radio Manager.

 

Durch dieses Verfahren wird eine reibungslose Funkkommunikation sichergestellt, da dann alle Sepura BOS Endgeräte über die neuesten Firmware-Updates und Lizenzen verfügen.

 

Sehen wir uns die einzelnen oben aufgeführten Lizenzen näher an:

 

1) Gesprächsgruppenabhängige Statuszieländerung

 

Je ausgewählte Gesprächsgruppe können folgende Zieladressen via Radio Manager zugeordnet werden:

 

_Status Zieladresse

_GPS Zieladresse

_Notruf-Status Zieladresse

_Notruf-Sprachruf Zieladresse

 

2) Automatischer Netzwechsel bei Auswahl einer Gesprächsgruppe

 

Die Anzeige und der direkte Zugriff auf alle Gesprächsgruppen unterschiedlicher Netzwerke in den konfigurierten Gruppenordnern eines Funkgerätes sind möglich. 

 

Durch Auswahl einer Gesprächsgruppe wird automatisch in das der Gruppe zugeordnete TETRA-Netz umgeschaltet. Dabei kann ebenfalls konfiguriert werden, ob beim Umschalten in ein anderes TETRA-Netz die Ende zu Ende Verschlüsslung ein-/ oder ausgeschaltet sein soll.

 

Siehe Abbildung 1:

 

-Objektfunkversorgung / TMOa

-Betrieb in zivilen Tetra-Netze (Firmen, Stadtwerke, Fußball-Stadien, …

 

 

3) TMO/DMO Umschaltung direkt mit Auswahl der Gesprächsgruppe

 

Die gleichzeitige Anzeige und der direkte Zugriff auf alle TMO/DMO-Gesprächsgruppen in den konfigurierten Gruppenordnern eines Funkgerätes sind möglich.

 

Durch Auswahl einer TMO- oder DMO-Gesprächsgruppe wird automatisch in den entsprechenden Betriebsmodus (TMO oder DMO) umgeschaltet.

 

Anwendung: 

-Einsatzstellen-Funk im DMO

-DMO-Betrieb über Gateway

 

 

4) Shortcut-Menü 

Menüanzeige und Schnellzugriff für bis zu 5 Funktionen:

 

-z.B. SDS-Eingang, SDS-Erstellen, Geräte-Profile Heimatgruppe, Favoriten-Ordner, Telefonbuch, …

 

Siehe Abbildung 2

-Verpasste Ereignisse wie zum Beispiel entgangene Einzelrufe können ebenfalls im Shortcut Menü angezeigt werden. 

 

Siehe Abbildung 3

Anwendung:

-Schneller Zugriff auf (häufig) verwendete Gerätefunktionen und Geräteeinstellungen.

 

5) Statusanzeige

Es wird der vom Funkgerät aktuell gesendete taktische Anwenderstatus von der Leitstelle empfangen und dem Funkgerät bestätigt. Diese Bestätigung wird im Gerätedisplay des Anwenders permanent angezeigt. 

 

Die Applikation auf dem Gerät, welche die Statusanzeige ermöglicht, unterstützt hierbei die meisten der uns bekannten Quittungstypen aus den Leitstellen. Somit werden Quittungen mit PID 130 und speziellen Leitstellen Präfix, die PID 220 und auch die neueste von der BDBOS vorgegebene PID 204 unterstützt.

 

Dadurch kann eine sehr einfache Migration der Leitstelle durchgeführt werden, sofern diese die Quittung noch nicht mit PID 204 aussendet.

 

Funktionsweise:

-Vom Funkgerät wird ein Status zur Leitstelle versandt.

-Dieser Status wird von der Leitstelle empfangen.

-Leitstelle sendet eine SDS mit entsprechender PID und definiertem Inhalt als Antwort. 

-Die Applikation auf dem Funkgerät wertet den Inhalt dieser SDS aus und zeigt den definierten Statustext im Display an.

 

Siehe Abbildung 4

 

Bemerkung:

Die Leitstellenapplikation ist nicht Bestandteil dieser Funkgeräteanwendung.

 

Für eine störungsfreie Kommunikation über den Digitalfunk ist es wichtig, dass alle in Deutschland betriebenen BOS Endgeräte herstellerübergreifend und unabhängig vom Endgerätetyp auf dem aktuellen Stand sind. Hierzu gehören die polizeiliche und nicht-polizeiliche BOS. 

 

 *Quelle: BDBOS

 

Text: Bettina Lauf, Bilder: Selectric

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