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Gefahren jenseits der Flammen: Schutz bei der Brandursachenermittlung

Dräger X-plore 8500 mit flexiblem Schlauch und Helm-Kopfschutz

Dräger X-plore 8500 mit Standardgurt, flexibler Schlauch und Helm-Kopfschutz

Dräger X-plore 8300 mit Standardgurt, flexibler Schlauch und Helm-Kopfschutz

Dräger X-plore 8500 mit Standardgurt, flexibler Schlauch und Helm-Kopfschutz

Daniel Budde


Von Daniel Budde, Dipl.-Ing. Sicherheitstechnik und Marketing Manager Region Deutschland, Defence & Security / Drogen- und Alkoholmesstechnik; Dräger Safety AG & Co. KGaA


Die systematische Untersuchung von Brandstellen ist ein wesentlicher Bestandteil der kriminalistischen Arbeit. Brandursachenermittler stehen dabei vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen einerseits präzise forensische Arbeit leisten und andererseits ihre eigene Gesundheit vor zahlreichen Gefahren am Einsatzort schützen.

Ausgangslage

Zu den Gesundheitsrisiken durch toxische Stoffe zählen:

Atemwegsreizende Stoffe: Chlorwasserstoff, Schwefeldioxid, Stickoxide

Kanzerogene Substanzen: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Benzol, Formaldehyd

Schwermetalle: Quecksilber, Blei, Cadmium

Faserstoffe: Asbest (in älteren Gebäuden), künstliche Mineralfasern

Feinstaub: Rußpartikel mit anhaftenden Schadstoffen

Die Exposition gegenüber diesen Stoffen erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen von kontaminierten Stäuben und Aerosolen, Hautkontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Verschlucken durch Hand-Mund-Kontakt. Hinzu kommen physische Gefahren wie Einsturzrisiken, scharfe Gegenstände und elektrische Restspannungen.

Persönliche Schutzausrüstung für Brandursachenermittler

Angesichts der vielfältigen Gefahren am Brandort ist ein durchdachtes Schutzkonzept für die Ermittler unerlässlich. Vor dem Einsatz am Brandort sollte stets eine strukturierte Gefährdungsbeurteilung erfolgen. Diese berücksichtigt die spezifischen Risiken des jeweiligen Brandszenarios: Um welche Art von Brand handelte es sich? Welche Materialien könnten verbrannt sein? Gibt es Hinweise auf besonders gefährliche Stoffe? Auf Basis dieser Analyse werden dann die geeigneten Schutzmaßnahmen festgelegt. Die Basis bildet dabei eine geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA), die speziell auf die Herausforderungen der Brandursachenermittlung abgestimmt sein sollte. Um den Ermittlern optimale Sicherheit zu bieten und gleichzeitig ihre Arbeitsfähigkeit nicht einzuschränken, muss die PSA mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen:

 

  • Schutz vor mechanischen Einwirkungen (Stöße, Schnitte)
  • Schutz vor thermischen Einflüssen
  • Schutz vor chemischen und biologischen Gefahrstoffen
  • Ausreichender Tragekomfort für längere Einsätze

Moderne Gebläsefiltergeräte, auch als Powered Air Purifying Respirators (PAPR) bezeichnet, erweisen sich als besonders geeignete Atemschutzlösung für Brandursachenermittler. Sie verbinden hohe Schutzwirkung mit dem nötigen Tragekomfort für längere Einsätze. Ein Gebläsefiltergerät wie das Dräger X-plore 8000 funktioniert nach einem einfachen, aber effektiven Prinzip: Eine am Gürtel getragene Gebläseeinheit saugt Umgebungsluft an, leitet sie durch leistungsfähige Filter und transportiert die gereinigte Luft über einen Schlauch zum Kopfteil des Trägers. Der dabei entstehende leichte Überdruck verhindert das Eindringen von Schadstoffen – selbst wenn kleinere Undichtigkeiten bestehen sollten. Der entscheidende Vorteil gegenüber konventionellen Filtermasken liegt im Tragekomfort. „Mit einem Gebläsefiltergerät können Einsatzkräfte mehrere Stunden arbeiten, ohne dass die Atmung zur Belastung wird“, erklärt Daniel Budde. „Bei einer Atemschutzmaske spürt man nach einiger Zeit den Atemwiderstand, die Konzentration lässt nach, und man neigt dazu, den Schutz vorzeitig abzunehmen.“

 

Das derzeit kleinste und leichteste Gebläsefiltergerät seiner Klasse

Das neu verfügbare X-plore 8300 wiegt nur etwa 635 Gramm, was derzeit einzigartig in seiner Geräteklasse ist. Das entlastet Anwender insbesondere bei längeren oder körperlich fordernden Einsätzen. Die Bewegungsfreiheit bleibt durch das kompakte Format des Geräts sowie die ergonomischen Hüftgurte und Rucksacklösungen uneingeschränkt erhalten. Die Kopfstücke und Schläuche der gesamten X-plore 8000-Serie sind untereinander kombinierbar. So lassen sich Atemschutzlösungen für verschiedene Anwendungen und ihre individuellen Anforderungen zusammenstellen. Dieses kleine Gerät ist nach IP67 optimal geeignet für manuelle und maschinelle Reinigung.

 

Kopfteil-Varianten für unterschiedliche Einsatzszenarien

Je nach Einsatzszenario können Brandermittler zwischen verschiedenen Kopfteilen wählen, die sich mit der Gebläseeinheit kombinieren lassen: Bei Gefahr durch herabfallende Trümmerteile bieten helmbasierte Systeme wie der Dräger X-plore 8000 Helm integrierten Kopf- und Gesichtsschutz. Ein großes, beschlagfreies Visier sorgt dabei für gute Sicht – wichtig für die präzise forensische Arbeit am Brandort. Leichte Hauben wie die Dräger X-plore 8000 Hauben kommen zum Einsatz, wenn kein mechanischer Kopfschutz erforderlich ist. Sie umschließen den gesamten Kopf, teilweise auch Schultern und Nacken, und bieten ein besonders großes Sichtfeld. „Für die detaillierte Untersuchung von Brandspuren oder das Fotografieren von Beweisstücken sind die Hauben ideal“, so Budde.

Für Situationen mit besonders hohen Schadstoffkonzentrationen stehen Voll- oder Halbmasken zur Verfügung, die ebenfalls mit der Gebläseeinheit verbunden werden können. Sie bieten den dichtesten Sitz und höchste Schutzfaktoren.

Die richtige Filterwahl entscheidet

Ein wesentlicher Aspekt beim Einsatz von Gebläsefiltergeräten ist die Auswahl geeigneter Filter. Bei Brandrückständen haben sich Kombinationsfilter bewährt, die sowohl gegen Partikel als auch gegen Gase schützen. Bei unklarer Schadstoffsituation am Brandort sollte immer die höchstmögliche Schutzklasse gewählt werden. Auch nach dem Einsatz ist besondere Sorgfalt geboten. „Die Dekontamination sollte noch vor dem Ablegen der Schutzausrüstung erfolgen“, rät Budde. „So vermeidet man, dass Schadstoffe auf die Haut oder Kleidung gelangen.“ Eine gründliche Reinigung des gesamten Systems und das Aufladen der Akkus bereiten das Gerät für den nächsten Einsatz vor.

Die Brandursachenermittlung ist eine anspruchsvolle forensische Disziplin, die neben fachlichem Wissen auch ein hohes Bewusstsein für die eigene Sicherheit erfordert. Moderne Gebläsefiltergeräte wie das X-plore 8000-System mit geeigneten Filtern und Kopfteilen bieten einen optimalen Schutz vor den vielfältigen Gefahren am Brandort. „Wer sich über seine Gesundheit keine Gedanken machen muss, kann sich voll auf die Ermittlungsarbeit konzentrieren“, fasst Daniel Budde zusammen. „Das führt zu besseren Ergebnissen und damit zu mehr Sicherheit für alle.“

Die häufigsten ­Gefahren am Brandort

Einsturzgefahr:

  • Durch Feuer geschwächte Gebäudeteile
  • Heiße Oberflächen
  • Verdeckte Glutnester, erhitzte Metallelemente
  • Verletzungsgefahr
  • Trümmer, Glasscherben, Nägel
  • Elektrische Gefahren
  • Beschädigte Leitungen mit Restspannung
  • Toxische Stoffe
  • PAK, Schwermetalle, Formaldehyd, Asbestfasern
  • Explosionsrisiko
  • Gasflaschen, Chemikalien, angesammelte Gase

 

Schutz vor Staub und Strahlwasser

Die Geräte erfüllen die IP65-Schutzklasse und sind damit vor Staub und Strahlwasser (z.B. Löschwasser) aus allen Richtungen geschützt. Mit dem Dräger X-plore® 8500 profitieren Sie von folgenden Vorteilen:_Schutz vor Partikeln, sowie zahlreichen Gasen, Dämpfen und Rauch_Kein wiederkehrender Service (Dichtprüfung) notwendig_Kein Atemwiderstand – keine Tragezeitbegrenzung – keine gesundheitliche Vorsorge notwendig (je nach Konfiguration)_Dreistufiger Alarm (akustisch, optisch, per Vibration)_Intuitives, selbstüberwachendes Gerät: Alarm bei nicht montiertem Schlauch und/oder Filter

Das Auswahlprinzip „So viel Schutz wie nötig, so wenig Belastung wie möglich!“ aus der DGUV Regel 112-190 wird somit erfüllt.

Die typischen Brandgase Kohlenstoffmon­oxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO2) können nicht gefiltert werden, ebenso ist ein Mindestsauerstoffgehalt von 17 Vol.-% erforderlich. Die Nutzung eines Mehrgas-Messgerätes wird daher dringend empfohlen.


Alle Fotos: Copyright© Drägerwerk AG & Co. KGaA