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< Neues Konzept für schusssichere Westen in NRW

Ballistischer Schutz

Taktische Schutzweste

Taktische Schutzweste

Ballistisches Labor

Ballistisches Labor

Vereinigte Seidenweberein AG – so heißt der Ursprung des Unternehmens, das POLIZEIPRAXIS besucht hat.

 

Schon bald wurde daraus „die Verseidag“, die schon früh begann, sich auch auf technische Produkte zu spezialisieren. Heute dominieren u. a. Hochleistungstextilien für Stadionüberdachung, Eventzelte, baulicher Sonnenschutz sowie Composites für die Automobilindustrie das Produktportfolio.

 

Ein weiterer Schwerpunkt des Portfolios und Anlass für unseren Besuch ist jedoch die Kompetenz in der Fertigung ballistischer Schutzsysteme für die Polizei.

 

Innovation war und ist im Unternehmen eine entscheidende Triebfeder und so war auch die Verseidag der erste Weber in Europa, der vor ca. 40 Jahren aus Para-Aramid-Fasern Gewebe für ballistische Schutzwesten und die Verstärkung von Faserverbundwerkstoffen herstellte.

 

Aus diesen Anfängen entwickelte das Unternehmen Geschäftsbereiche zur Panzerung von zivilen und militärischen Fahrzeugen (dieser Bereich wurde vor wenigen Jahren an die Rheinmetall veräußert) und ballistischen Körperschutz. So verwundert es auch nicht, dass kaum ein anderes Unternehmen in diesem Sektor auf eine so lange Historie und Expertise verweisen kann.

 

Die heutige Ausrichtung ist auch ein klares Bekenntnis zu denen, die ihr Leben in den Dienst zum Schutz anderer stellen. Viele Polizei- und Streitkräfte in Europa und USA vertrauen auf Körperschutzsysteme der Verseidag mit ihren Tochtergesellschaften Verseidag Ballistic Protection Oy – Finnland und Survival Armor Inc. – USA.

 

Basierend auf Innovation, langjähriger Erfahrung und enger Abstimmung mit seinen Kunden, wie Polizei, Grenzschutz, Justiz, Militär und weiteren Sicherheitsorganen, entwickeln und produzieren sie Körperschutz auf höchstem Niveau. Dafür muss der notwendige Schutz mit den besonderen Bedingungen im Einsatz sowie größtmöglichem Tragekomfort überein gebracht werden.

 

Viele Einflüsse und Aspekte müssen in eine ball. Schutzweste einfließen, um sie für den Träger akzeptabel und tragbar zu machen. In erster Linie steht natürlich der Schutz gegen Faustfeuerwaffen bzw. Langwaffen beim Militär und Spezialkräften. Darüber hinaus sind der Tragekomfort, geringes Gewicht, hohe Flexibilität, Robustheit, Wärmeableitung, Bekleidungsphysiologie und die Verwendung von ÖKOTEX Materialien in Einklang zu bringen.

 

Die langjährige Erfahrung bei Fahrzeugpanzerung mit höheren Bedrohungsgraden gibt dem Hersteller das zusätzliche „Know How“ Schutzwesten für Sondereinsatzkommandos sowohl im polizeilichen als auch militärischen Bereich zu entwickeln. So ist unter anderem eine der gefährdetsten Polizeieinheiten aus Nordirland mit taktischen Schutzwesten der Verseidag ausgestattet.

 

Weitere Produkte sind flexible wie starre Schutzschilde sowie Ganzkörperausstattungen für die Räumung von Personenminen, Entschärfung von Explosivfunden etc.

 

Flexible Schutzschilde, in Deutschland manchmal auch ballistische Schutzdecke genannt, sind ein multiples Einsatzmittel für Spezialeinheiten wie auch für die Schutzpolizei bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie z.B. Amoksituationen oder Anschlägen. 

 

Die Verwendung reicht vom erhöhten und erweiterten Schutz des Beamten bis hin zum Schutz von zu evakuierenden Personen. Durch die Verbindungen von mehreren Schutzschilden kann in besonderen Situationen ein Evakuierungs- bzw. Schutzraum für gefährdete Personen geschaffen werden.

 

Für Spezialkräfte der Polizei und des Zolls bieten die Schilde ebenfalls zusätzlichen Schutz bzw. einsatztaktische Möglichkeiten bei der Erzwingung von Wohnungszugängen.

 

Die Anfänge für diese flexiblen Schutzschilde gehen auf eine Zusammenarbeit mit französischen Spezialkräften zurück, die ein Einsatzmittel in engen räumlichen Bedingungen (wie z.B. Metro und Flugzeuge) zu Ihrem Schutz suchten. Starre Schilde sind in solchen begrenzten Räumen eher hinderlich in der Vor- und Rückbewegung.

Bis heute wurde dieses Schutzelement um viele Varianten erweitert, immer bezogen auf die besonderen einsatztaktischen Bedingungen des Bedarfsträgers.

 

Die besondere Kompetenz von Verseidag liegt sicherlich in der langjährigen Erfahrung und der ständigen Innovationsbereitschaft. Dabei werden aus eigenem Antrieb Produkte zur Sicherheit entwickelt aber auch vielfach in enger Abstimmung mit den Bedarfsträgern. Diese vertrauen auf Kompetenz und besonders auf Vertraulichkeit.

 

Eine der wichtigen Voraussetzung zur Entwicklung von beschuss- und stichhemmenden Produkten ist das eigene Versuchslabor mit komplett ausgestattetem Schießstand sowie Stich-Apparatur. Hier werden die Schutzsysteme für die unterschiedlichen Sicherheitskräfte entwickelt und getestet. Selbstverständlich werden diese dann bei unabhängigen Instituten geprüft und Zertifiziert.

 

Um Innovation und Qualität der Produkte ständig zu gewährleisten,  wirkt eine lückenlose Kontrollkette von der Webtechnik bis zur fertigen ballistischen Schutzweste.

 

Aus dieser über Jahrzehnte gewachsenen Kompetenz und Kontinuität ergibt sich selbstverständlich auch eine vertrauensvolle Vernetzung mit den weiteren Industriepartnern zum Vorteil der Endanwender.

 

Ebenfalls eine Besonderheit ist die Marktpräsenz in den USA mit der Tochter Survival Amor Inc. und Europa aus dem Verbund Verseidag Ballistic Protection Oy, Finnland und Verseidag-Indutex GmbH als Muttergesellschaft.

 

Diese internationalen Erfahrungen mit den Einsatzkräften fließen in die  Produktinnovationen ein und bieten zusätzlich die Möglichkeit, Polizeikräften wie Militäreinheiten Entwicklungen, Trends und Bedrohungen ihrer internationalen Kollegen weiterzugeben. Nur wenige Hersteller verfügen über diese Kompetenz.

 

Der ballistische Schutz von Personen ist sicherlich nur ein Aspekt unter vielen in der heutigen Sicherheitskonzeption. Es ist notwendig, dass möglichst alle Beteiligten aus Exekutive, Politik, Verbänden und Industrie sich kooperativ einbringen um in Zeiten von erhöhter und vielfältiger Bedrohung gemeinsame Wege zur Sicherung unserer Gesellschaft finden. 

R.K.